Tag 5: Görliwood

Der heutige Tag war – wie gestern bereits angekündigt – kradfrei. Zum Einen wollte ich mir ganz in Ruhe Görlitz angucken, zum Anderen tut eine Pause durchaus Körper und Geist gut. Also durfte meine dicke Lady im Hinterhof bleiben, während ich auf Erkundungstour gehen wollte.

Vorab gab es noch ein gutes Frühstück, das tatsächlich trotz des niedrigen Preises meiner Herberge im Preis inbegriffen war. Und nachdem mein gestriger Groll über dieses Haus über Nacht etwas abgeklungen war (immerhin hatte man ja letztlich eine Lösung für mein Parkproblem gefunden…), muss ich auch wirklich eine dicke Empfehlung aussprechen. Große Zimmer mit zweckmäßiger Ausstattung, netter Empfang und ein angeschlossenes Restaurant mit leckerem Essen zu sehr günstigen Preisen. Falls Ihr also mal in Görlitz weilen solltet, so zieht das Hotel Schwibbogen durchaus in die engere Wahl (auch auf den Fotos zu sehen).

Gut gestärkt ging es dann auf Exkursion durch die Stadt. Die Lage des Hotels am Obermarkt ist ideal, sind es doch nur wenige Meter bis zum Untermarkt mit altem und neuen Rathaus und allerlei weiteren schönen alten Gebäuden. Den Vorschusslorbeeren, eine wunderschöne Stadt zu sein, wird Görlitz durchaus gerecht. Ob die Stadt nun – wie oft zu lesen – wirklich die schönste in Deutschland ist, sei jetzt mal dahingestellt – schließlich muss da mit Orten wie Dinkelsbühl, Konstanz und Bamberg konkurriert werden. Egal, auf jeden Fall ist die Stadt beeindruckend hübsch. Diese Schönheit mit Fotos einzufangen ist leider schwer bis unmöglich. Vor Allem spielte heute entgegen anders lautender Prognosen das Wetter einmal mehr nicht mit. War eigentlich strahlender Sonnenschein angesagt, blieb es größtenteils grau in grau. Zwar gab es das eine oder andere Mal kurz ein Stück blauen Himmel zu sehen, aber zum Ausgleich regnete es in sehr regelmäßigen Abständen.

Eigentlich sollte der Tag zwecks Schaffung eines Überblicks mit einer Stadtrundfahrt begonnen werden. Danach – so hatte ich mir vorgestellt – dann zu Fuss noch einige der gesehenen Highlights ablaufen. Leider wurden ob des stattfindenden Aufbau des Stadtfestes der Abfahrtspunkt der Stadtrundfahrt geändert. Und während ich also am mir genannten Punkt wartete, fuhr einige Meter weiter von mir unbemerkt der Bus ab. Tja, Pech gehabt. Also dann erst der Spaziergang. Die Fülle an alten Gebäuden aus verschiedenen Epochen erschlägt den Besucher regelrecht. Da will ich jetzt auch nicht viel aufzählen. Guckt es Euch einfach irgendwann mal an.

Ein Gebäude sollte allerdings an dieser Stelle erwähnt werden, da es quasi eine Hauptrolle im von mir sehr geschätzten Film Grand Budapest Hotel „spielt“. Dabei handelt es sich um das ehemalige Görlitzer Warenhaus, das ich mir natürlich anschauen musste. Interessante Randnotiz: Dieses z. Zt. leerstehende Gebäude im Art-déco-Stil wurde 2013 von einem Investor gekauft und wird 2023 wieder als Kaufhaus eröffnet.

Insgesamt ist Görlitz ob der historischen Bausubstanz eine gern genutzte Filmkulisse. Neben dem oben erwähnten Grand Budapest Hotel wurden hier u. a. auch Tarantinos Inglourious Basterds, In 80 Tagen um die Welt mit Jackie Chan und Der Vorleser mit Kate Winslet gedreht. Dadurch hat Görlitz dann auch den Spitznamen Görliwood erhalten.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt und einem schmackhaften Mittagessen, stand dann tatsächlich die Stadtrundfahrt an. In einem merkwürdigen Konstrukt aus einem Mini-Bus als Zugmaschine mit zwei Anhängern sollte es auf die Tour durch die Stadt gehen.

Archivbild…

Ich hatte das große Glück, einen Sitzplatz in der ersten Reihe der Zugmaschine zu ergattern, direkt hinter der Stadtführerin, die mit kompetentem Wissen über Görlitz glänzte. Ihre gern eingestreuten Scherze und Anekdoten glänzten zwar in erster Linie durch komplett fehlenden Humor, aber dafür war sie ja wohl auch nicht da. Immerhin erfuhr ich u. a. den Grund, warum die neben meinem Hotel stehende Kirche ihre Glocken immer 7 Minuten zu früh läuten lässt. Ich hatte das bereits im Hotel ansprechen wollen, es aber dann vergessen – nun weiß ich Bescheid…

Das Highlight der Tour war die kurze Pause auf dem Gelände der örtlichen Brauerei Landskron. Hier werden 12 Brauspezialitäten hergestellt, die man zwecks Verkostung für einen kleinen Obulus erstehen konnte. Ich habe mich ganz klassisch für das Pils entschieden – und es schmeckt!

Im Anschluss der Stadtrundfahrt dann noch kurz einkaufen, danach Wäsche waschen – und mich zwecks Verfassen meines Berichtes an den Rechner gesetzt.

Morgen geht es dann wieder aufs Mopped und Richtung Westen (was nicht so schwer fällt, da Görlitz die östlichste Stadt Deutschlands ist…). Ein Abstecher in die Sächsische Schweiz steht an.

In diesem Sinne…

#moppedtour2019

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