Herbsttour 2020: Tag 6 – Über Schloss Moritzburg nach Görlitz

Unabhängig von der merkwürdigen Preisgestaltung im Dresdner Hotel, gab es keinen Grund zur Klage. Es wurde gut geruht, das Frühstück war opulent.

…und so ging es dann erstmalig auf unserer Tour gut gelaunt bei heiterem Herbstwetter auf den Weg zum Schloss Moritzburg. Das in seiner heutigen Gestalt auf den polnischen König August dem Starken zurückgehende Gemäuer wirkt von außen mit seiner Lage in einem Teich wirklich sehr hübsch.

Dass das schöne Äußere dann auch das einzig Positive des Schlosses ist, konnte ich zum Zeitpunkt unserer Ankunft noch nicht ahnen. Zu diesem Zeitpunkt freute ich mich noch über einen dicht am Eingang gelegenen kostenlosen Parkplatz – und genoss den Blick auf das gelbe Jagdschlösschen.

Immer noch beseelt und motiviert reihten wir uns geduldig in die Schlange der wartenden Besucher ein, leisteten den durchaus nennenswerten Obolus von 8 EUR und stiefelten los zur Erkundung der Räume. Und ja, genau, es waren nur Räume…

Irgendwie wirkte das Ganze nicht ganz fertig bzw. wie eine willkürliche Ansammlung alten Krams. Alte Möbel, gepaart mit Unmengen alter Geweihe, ein alter ausgestopfter Löwe, eine Kaffeetafel mit altem Geschirr und allerlei düstere Bilder im Stil der Romantik (stehender Mann, sitzender Mann, stehender Mann mit Hirsch, sitzende Frau mit Tochter…gääääähn…sitzender Mann mit stehender Frau und liegendem Hund…). Irgendwie gelang es diesem wirren Ensemble nicht, mich in den Bann zu ziehen. Um es klarer zu sagen: Das ganze war geradezu unfassbar öde!

Zwar war ich mit einem Audio-Guide ausgestattet (2 EUR extra…), der aber durch das monotone Gebrabbel die Stimmung noch weiter ausbremste. Somit wurden die Räumlichkeiten in neuer Bestzeit durchquert – und dann längere Zeit auf den besten Mitfahrer der Welt (…der es dort total toll fand…) auf einem Bänkchen im großen Jagdsaal verbracht. Leider herrschte im ganzen Schloss schlechter Handyempfang, so dass ich mich nicht einmal mit dem Handy unterhalten konnte.

Nachdem dann auch Christian freudestrahlend den Weg aus der Exposition gefunden hatte, wusste er meine angesäuerte Stimmung mit einem Hefeweizen wieder zu heben. Nach einer lebhaften Diskussion über die Notwendigkeit von Ausstellungen alten Trödels, machten wir uns auf, diesen schönen Ort in Richtung Görlitz zu verlassen.

Bei weiterhin angenehmem Wetter trieben wir unsere Stahlrösser munter durch herrliches Kurvengeläuf. Die Tage zuvor war dies ja ob des schlechten Wetters etwas zu kurz gekommen und wurde daher um so mehr genossen. Die Route führte uns durch die sächsische Schweiz, teils an der Elbe entlang – also durchaus schön!

Den Soundtrack zu dieser Kurvenhatz lieferte der großartige Chilly Gonzales mit seinem Album „Ivory Tower“:

Unterwegs machten wir noch kurz bei den Kelchsteinen bei Oybin, einer bizarren Felsformation. Vielleicht nicht spektakulär, aber hübsch anzusehen. Also Mopped abegestellt, Handy gezückt – und ein paar Fotos gemacht.

Schließlich erreichten wir im Dämmerlicht das traumhaft hübsche Städtchen Görlitz. Dass unsere Unterkunft mitten in der Fußgängerzone lag, in die wir dann zügig mit den Motorrädern hineinrauschten, lassen wir mal als humoristische Randnotiz stehen…

Das Hotel gefiel, der Abend wurde dann ob der späten Uhrzeit in einem qualitativ angenehmen Döner-Imbiss beschlossen. Auch das Kulturelle kam dort nicht zu kurz, lief dort doch das legendäre Konzert „Ibrahim Tatlises – Live in Kurdistan“… 😉

To be continued…

MM

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