Dänemark 2020 – Tag 1: Was für ein Sch…-Tag… ☹️

Tja, was soll ich sagen?

So unangenehm begann bis dato wohl noch keiner meiner Urlaube.

Nachdem der gestrige „Anreisetag“ ja zumindest recht angenehmes Wetter bot und auch sonst recht erfolgreich war (Spaziergang durch Ribe und Besuch bei den vier weißen Männern am Meer), war heute alles anders…

Zwar begrüßte mich der neue Tag mit Sonnenschein, aber schon nach den ersten Metern meiner Fahrt stand ich direkt mal im Stau. Dieser zog sich quasi komplett an der Küste entlang – also gerade dort, wo ich für heute meine Tour angesetzt hatte. Also zuckelte ich mit Schrittgeschwindigkeit nach Blavand,wo zu dem automobilen Lindwurm dann noch Menschenmassen hinzukamen, die das Vorankommen dann völlig verhinderten. Ganz furchtbar!

Zwecks eines Beweisfotos (ja, ich war da…) kurz das Mopped am Leuchtturm geparkt, wurde dieses auch direkt von einem Dänen zugeparkt. Darauf angesprochen, musste ich mir sagen lassen, dass man „uns Deutsche“ da auch nicht haben möchte – und ich bitte wieder nach Hause fahren möchte. Ganz so nett drückte er sich nicht aus – und sehr laut war der außerdem. Ich konnte erwidern, dass ich es ja nicht könne, weil er mich ja eingeparkt hätte, was ihn aber nicht interessierte. Er machte sich auf den Weg zum Leuchtturm – und ich zirkelte mit Hilfe einer deutschen Familie mein Kraftrad in Millimeterarbeit aus der Parklücke…

Leuchtturm Blavand

Auf diesen Schreck gönnte ich mir in Vejers Strand ein aus Franske Hot Dog und Pommes bestehenden Frust-Schmaus, um dann nach Beendigung der Mahlzeit erneut von einem wütenden Dänen angemault zu werden, dass man auf die Deutschen gut verzichten könnte. Was war denn hier bloß los…

Dänischer Mittagsschmaus

Die mir zur Hilfe eilende Imbiss-Frau sorgte – nachdem sie den Möchtegern-Wikinger des Hauses verwiesen hatte – für Aufklärung. Offenbar machen ob der Corona-Krise die meisten Dänen Urlaub im eigenen Land. Leider gibt es dafür aber nicht ausreichend Unterkünfte – und diese müsse man sich dann auch noch mit den deutschen Touris teilen. Das sorgt für eine gewisse Missstimmung. Sie entschuldigte sich für ihre Landsleute – aber so richtig hellte auch diese Geste meine Laune nicht auf.

Und war das Wetter bis dato noch ganz passabel gewesen, glich es sich nach dem Mittag meiner Stimmung an und verfinsterte sich. Es folgte ein Temperatursturz auf 15 Grad und immer wieder sintflutartige Schauer…na toll!

Und wäre das noch nicht genug, gestaltete sich die Suche nach einem Quartier extrem schwierig. Aufgrund der Wetterlage hatte ich entschieden, dass einem Hotelzimmer der Vorzug vor dem Campingplatz gegeben werden sollte. Nur schade, dass von Hirtshals (da sollte genächtigt werden, da morgen ein Besuch in Europas größtem Aquarium geplant war) das nächste freie Hotel 70 km (!!!) entfernt verfügbar war. Zwei Campingplätze wiesen mich auch ab, bis ich schließlich im dritten Anlauf Glück hatte.

Das Zelt war erstaunlich schnell aufgebaut (trotz erstmaligem Versuch) und für die Seele gab es zum Abendbrot die legendär leckere dänische Leverpostej (Leberpastete)…

Ein versöhnlicher Abschluss eines blöden Tages? Nein, nicht ganz – denn eben erfuhr ich aus dem Internet, dass die erlaubte Anzahl an Besuchern für das Aquarium erreicht ist und daher keine weiteren Tickets für morgen mehr erhältlich sind…

Eine Flasche Schnaps wäre jetzt schön…

In diesem Sinne

MM

P. S.: Heute gibt es nur wenig Bilder, da das Wetter mehr verhinderte…

3 comments on Dänemark 2020 – Tag 1: Was für ein Sch…-Tag… ☹️

  1. Hallo Malte, ich bin Däne, lebe in der Nähe von Blåvand und Vejers und mich macht Dein Bericht sehr traurig. Ich bin selber Biker und auch viel in Deutschland unterwegs. Von dort kann ich nur positives berichten. Ich werde überall freundlich empfangen und bedient. Deshalb möchte ich Dir gerne beweisen, das wir Dänen auch eigentlich ein richtig nettes Volk sind. Z.Zt. bin ich selber auf Tour, aber nimm doch mal mit mir Kontakt auf das wir uns für ein paar schöne Touren um Blåvand herum verabreden können.

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