Tag 1: Auf zu neuen Abenteuern…

Moin zusammen!

Es ist wieder soweit, der lang ersehnte Urlaub ist da – und mit ihm das Vorhaben, einmal mehr ein paar Tage mit dem Mopped durch die Gegend zu streifen…

Dieses Mal ist die Tour noch nicht endgültig gesetzt. Lediglich Görlitz steht als ein (zwischen-)Ziel fest auf dem Plan. Der Weg dorthin soll mich entlang der Ostseeküste Mecklnburg-Vorpommerns bis nahe der polnischen Grenze führen, danach an der Grenze entlang gen Süden. Der eine oder andere Abstecher wird mit Sicherheit stattfinden (Feldberger Seenlandschaft? Spreewald?). Wie es nach Erreichen und Besichtigung des Städtchens Görlitz weitergeht, ist noch nicht endgültig geplant, da entscheiden letztlich Lust und Laune. Ihr werdet es hier ja lesen… 😉

Nachdem ich gestern voller Vorfreude meine Taschen gepackt, den Anzug gebürstet und die Stiefel gewachst hatte, sollte es heute Morgen endlich in aller frühe losgehen. Da ein Aushang im Treppenhaus verkündete, dass die Herren Kutz & Knospe – ihres Zeichens Haus- und Hofklempner meiner Wohnungsgenossenschaft (…KEIN Wodis-Kunde…schnief!) – gegen 8:00 Uhr das Wasser zwecks Austauschs einiger Rohre abstellen würden, musste zuvor ja die Morgentoilette erledigt sein. Also riss mich bereits um 7:00 Uhr der Wecker aus dem Schlummer (mag ich im Urlaub nur sehr ungern…).

Wie üblich wurde erst einmal kostbare Zeit verplempert, da ich mich natürlich noch über die aktuellen Geschehnisse informieren musste (Internet sei Dank…). Als ich dann endlich um fünf vor halb acht kurz zum Auto lief, um noch meine Sonnenbrille zu holen, stellte ich fest, dass die Abstellung des Wassers bereits um 7:30 Uhr erfolgen sollte. Hmm, jetzt wurde es hektisch. Um 7:32 Uhr wurde die Dusche gestürmt – die Hoffnung, dass das Wasser auch noch den eiligst einshampoonierten Körper freispülen würde, wurde zum Glück erfüllt. Aber auch nur knapp, zum Zähneputzen musste dann schon die Wasserflasche ‚ran… 🙁

Und wie es dann so ist, geht natürlich nachfolgend alles schief. Dinge sind nicht auffindbar, obwohl man sie doch extra am Vorabend mit Bedacht IRGENDWO hingelegt hat. Sachen fallen herunter und rollen unter die Coach, die frisch gewaschene Jeans ist noch feucht und die wichtigsten Dinge werden vergessen. Boah, ich hätte mich fast wieder ins Bett gelegt… Naja, letztlich wurden alle Widrigkeiten irgendwie überwunden und ich enterte etwas gestresst den Sattel meiner dicken Lady.

Für die ersten Kilometer war diesmal tatsächlich die Autobahn eingeplant, da ich den Weg bis Lübeck nur als seelenlose „Überführungsetappe“ angesehen habe. Somit führte mich die Route die A7 entlang bis zur Abfahrt Neumünster Süd, die sich ja durch ein mächtiges Outlet-Center auszeichnet, für das ein kurzes Zeitfenster eingeplant war. Ob der Menschenmassen, die sich durch das Shopping-Dorf schoben, fiel der Besuch wirklich sehr kurz aus. Immerhin konnte ich ein Victorinox-Tschenmesser für einen unschlagbar günstigen Preis erstehen. Messer kann ein Mann ja nie genug haben – und wer weiß, wozu es gut ist. Fahre ich doch durch Brandenburg und Sachsen, wo es vor Wölfen, Bären und brauner Brut nur so wimmelt…

Hinter Lübeck wurde dann der offizielle Start meiner Tour ausgerufen – und auf Landstraßen gewechselt. Und so kradelte ich gemütlich durch das schöne Mecklenburg. Obwohl jetzt eigentlich alles passte, wollte sich keine rechte Freude einstellen. Irgendwie war ich zu steif, ein flüssiger Fahrstil fehlte völlig. Mag das am Stress der letzten Tage, der Hektik am Morgen, dem unschönen Wetter (erstaunlich kalt und feucht) oder allem zusammen gelegen haben, ich war noch nicht richtig auf der Linie…

Das änderte sich erst nach dem Genuss einer Portion Sauerfleisches am Hafen von Boltenhagen. Wie auf Zuruf brachen auch ein, zwei Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkendecke (dabei blieb es dann auch…aber egal…) – und ich strampelte mich innerlich auch frei. Und mit jedem Kilometer wuchsen Mensch und Maschine enger zusammen.

Nach Boltenhagen wurde Wismar passiert, ein kurzer Blick auf den schönen Marktplatz musste natürlich sein. Ein Strafzettel ob meines widerrechtlich abgestellten Krads konnte ich mit einem netten Plausch mit der Politesse abwenden (ich hatte den Bock absichtlich neben den raren PKW-Plätzen abgestellt, damit ich diese nicht blockiere…auch verkehrt…).

Mein Besuch in Rerik (jedem von uns bestens bekannt durch das Buch „Sansibar oder der letzte Grund“ von Alfred Andersch) wurde von einem leckeren Eisbecher am Ufer des Salzhaffs gekrönt.

Letztlich rollte ich dann noch am Grand Hotel Heiligendamm vorbei, verwarf den Gedanken einer Übernachtung aber aufgrund der beengten Parksituation… 😉

Im weiteren Verlauf der Strecke konnte ich nur einen Blick auf den Aufbau der diesjährigen Zappanale werfen, einem legendären, Frank Zappa gewidmeten Musikfestival in Bad Doberan.

Meine Bettstatt habe ich schließlich in Rostock gefunden. Obwohl die Hotelsituation hier z. Zt. nennenswert angespannt ist (es werden reine Mondpreise verlangt…), brachte mich ein Anruf im Steigenberger „Hotel Sonne“ für günstiges Geld unter. Und so geht der Tag dann auch nicht ganz ohne Sonne zu Ende…

#moppedtour2019

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