Alternativurlaub 2020 – Tag 3: Väterchen Rhein und Petronella Apfelmus

So, heute wurde es ernst…nachdem ich ja – wie bereits erwähnt – die ersten Etappen eher als launige Überführungsstrecken angesehen habe, sollte ja die Strecke am Rhein eines der Primärziele sein.

Nachdem ich im Herborner Schloss Hotel sehr kommod genächtigt habe, ging es auf den Weg zum heutigen Startpunkt in Eltville am Rhein. Die vom Navi vorgeschlagene Strecke erwies sich tatsächlich als Highlight, überzeugte sie doch einmal mehr als kurvenreiche und äußerst launig zu fahrende Strecke. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit. Petrus zeigte seine neblige und mausgraue Seite und ließ sogar den einen oder anderen Tropfen vom Himmel fallen. Angesichts der Pfützen auf den Straßen schien ich aber Glück zu haben, da ich wohl den schweren Güssen immer knapp hinterherfuhr.

Von Herborn nach Eltville am Rhein…

Aber der himmlische Wettermacher hatte pünktlich zum Erreichen des Startpunktes für die heutige Rundtour ein Einsehen – und schob die Wolken beiseite. Um es kurz vorweg zu nehmen: Das Wetter spielte mit und passte perfekt zu dieser anspruchsvollen Tour. Mit knapp 25 Grad gut auszuhalten, dazu Sonne. Was will der Biker mehr…

Die heutige Route war eine in der Zeitschrift „Motorrad“ vorgestellte Strecke. Diese las sich sehr gut – und man konnte die Route als GPS-Daten herunterladen. Diese kann man dann auf sein Navi laden – und alles ist gut. Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht meist etwas anders aus, da die Navis die importierten Routen gern nach eigenem Gusto neu berechnen – und das nicht immer optimal. Nachdem ich diese Erfahrung doch das eine oder andere Mal erleben durfte, setzte ich einen Hilferuf in einem Motorrad-Forum ab und erhielt eine Vielzahl von Tipps zu den Einstellungen im Navigationsgerät. Tja, „einfach mal so“ geht mittlerweile nicht mehr. Man benötigt schon ein Informatik-Studium, eines in Geographie schadet nicht – und umfangreiches Wissen über Satanismus und indianische Zaubertänze hilft erheblich. Und siehe da, nachdem man einen Tag mit dem Herumprobieren der unendlich vielen Einstellungsmöglichkeiten verplempert hat, zahlte sich diese Investition heute tatsächlich aus – und es wurde EXAKT die Route abgefahren, die geplant war. Also theoretisch…aber dazu kommen wir noch…

Die Rhein-Lahn-Tour…

Die Tour startete – wie schon gesagt – in Eltville am Rhein. Die ersten Kilometer führten dann auch direkt am zweitlängsten durch Deutschland führenden Strom (nach der Donau) entlang. Und obwohl ich schon Teile der Stecke mit dem Auto gefahren bin, erschlägt einem dieses Panorama aus mächtigen Fluss, grünen Hügeln und Burgen, Schlössern und Kirchen geradezu. Somit glitt ich mit offenem Mund am Ufer entlang. Einfach nur grandios!

Rhein bei Rüdesheim…

Irgendwann bog die Route dann rechts ab und schlängelte sich kurvenreich und teilweise schon sehr steil durch das Rheingau. Kleine Dörfer, tiefe Schluchten und sogar einige Terpentinen wurden passiert, besonders schön war die Fahrt entlang der Lahn.

Einen kleinen Dämpfer erhielt die Begeisterung im Örtchen Diez, da hier sämtliche Hauptstraßen aufgrund von Bauarbeiten gesperrt waren und somit die vom Navi präferierte Route verlassen werden musste. Aufgrund der vorgenommenen Einstellungen in den Tiefen der Navi-Intelligenz war eine automatische Neuberechnung allerdings nicht möglich – und somit verhedderte ich mich komplett im Gewirr aus Einbahnstraßen und Sperrungen. Den Tränen nahe gelang es mir erst nach etwa 45 Minuten, wieder auf die gewünschte Strecke zurückzukehren.

Ansonsten gab es nix zu meckern, Freude und Spannung waren groß, aber letztlich auch wieder sehr anstrengend. Als Rundtour geplant, erreichte ich nach etwa 5 Stunden wieder Eltville. Danach mussten noch etwa 20 km zu meinem heutigen Quartier in Schlangenbad  zurückgelegt werden. Der Name des Ortes geht dabei auf die überdurchschnittliche Population der bis zu zwei Meter langen Äskulapnatter zurück. Ich habe allerdings keines dieses Viecher gesehen…

Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass es sich bei der gebuchten „Residenz am Kurpark“ um ein Altenheim handelt, dass nicht belegte Appartements als Hotelzimmer vermietet. Dadurch habe ich ein Zimmer mit einer Küche (größer als bei mir zu Hause) und einem Bett, dass sich mit einer Fernbedienung in verschiedene Stellungen fahren lässt. Brauche ich nicht, ist aber schon ganz witzig…

Zu meiner heutigen guten Laune trug übrigens auch eine Spotify-Playlist mit allerlei alten „Drei ???“-Folgen bei. Folgen wie „Das Riff der Haie“, „??? – und der Super-Wal“ und „??? – und die bedrohte Ranch“ (und allerlei weitere Klassiker) machten die ohnehin kurzweilige Tour noch launiger.

Erwähnenswert ist allerdings, dass Spotify immer mal wieder ungefragt und ohne ersichtlichen Grund von den Drei ??? zu einem Hörbuch „Petronella Apfelmus – Die Apfelhexe“ wechselte – und im kurvigen Geläuf kann man auch nicht mal so eben anhalten, um die Playlist wieder in die richtige Richtung zu schubsen. Nun weiß ich also, dass Petronella Apfelmus eine Apfelhexe ist, in einem Apfel wohnt und mit den Nachbarskindern Lea und Luis Kuchenbrand und einem besonderen Rezept an einem Backwettbewerb teilnimmt…das Ergebnis ist mir bis dato allerdings NICHT bekannt…

Petronella Apfelmus, die Apfelhexe…

In diesem Sinne…

MM

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