Tag 2: …und immer wieder Neubrandenburg!

Am heutigen Morgen wurde ich in aller Frühe von den lieblichen Tönen eines Müllwagens aus den Träumen gerissen. Trotz des recht abrupten Ende der Nacht, war ich erfrischt und gut gelaunt. Hurtig wurden die Taschen gepackt und mein Leib in schützende High-Tech-Fasern gewandet, dann rauf auf’s Bike…

Herausforderung Nummer 1: Aus der Tiefgarage des Steigenbergers herausfahren. Pfiffiger Weise wurde der Kartenleser zur Legitimation der Ausfahrt auf einer steilen Schräge montiert. Man muss also zwingend mit dem Mopped auf der Schräge anhalten, den Parkschein einstecken, wieder herausziehen – und dann am steilen „Berg“ anfahren – aber nicht zu forsch, da nach kurzem steilen Aufstieg dann der Bürgersteig entlangführt und Passanten potentielle Unfallopfer darstellen. Nun ja, nach etwa zwölffachen Abwürgens des Motors konnte ich dem Mopped fressenden Höllenschlund entfliehen – und das Abenteuer konnte weitergehen!

Für heute war die Tour durch einige Küstenstädte geplant und sollte dann irgendwo hinter Anklam enden. Ein Übernachtungs-Tipp meines Nachbarn wäre in Pasewalk zu finden gewesen (ein Hotel in alten Eisenbahnwaggons), aber diese Option fiel aus Kapazitätsgründen aus. Leider ausgebucht… Naja, egal, da würde sich etwas finden lassen.

Also erstmal etwas Strecke machen. Zuerst wurde das Ostseebad Graal-Müritz angelaufen. Um es kurz zu machen: Dieses Kaff ist vermutlich das häßlichste Seebad, das man in Deutschland finden kann. Hier ist wirklich gar nix schön. Klar, am Strand ist es schön – aber der Rest? Nö…lieblos und ohne jegliches Konzept. Immerhin gab es Frühstück in Form eines recht gut gemachten Bismarckbrötchens…

Weiter im Text, ab in den Sattel und Richtung Ribnitz-Damgarten, wo am Yachthafen ein kurzer Stopp am Hafen eingelegt wurde. Ja, ganz nett, aber da leider das Wetter sich dem heutigen Tag gegenüber gestern nicht bessern wollte, wurde es nix mit dem Sonnenbad auf der Liegewiese – und dann kann man auch gleich wieder weiterfahren.

Zwischenzeitlich dachte Petrus sich wohl, dass etwas Regen den einsamen Landstraßensurfer erheitern könnte. Also nieselte es fröhlich vor sich hin – und meine Laune war nicht unbedingt die Beste. Auch die zuvor als rhetorischer Kniff angedeutete Einsamkeit wollte sich nicht recht einstellen. Selbst auf kleinsten Nebenstraßen herrschte ein Verkehr wie Freitagmittag rund um Stuttgart. Aber auch daran gewöhnt man sich…seufz!

Nach Ribnitz folgte ein Abstecher nach Barth. Hier ist der Hafen ganz hübsch gemacht. Dann ging es durch Stralsund weiter nach Greifswald, von dort über Lubmin nach Wolgast und schließlich nach Anklam. Jeder dieser Orte hat nette Ecken, Stralsund und Greifswald in Teilen sogar richtig tolle. Lubmin hingegen glänzt in erster Linie mit dem ehemals größten DDR-Kernkraftwerk, dass – mittlerweile zwar abgeschaltet – weiterhin als Ruine in der Gegend herumsteht. Weitere Berühmtheit erlangt der Ort dadurch, dass die umstrittene Gas-Pipeline North Steam 2 hier anlandet. Hui, das sind doch Referenzen für jeden Urlaubsort…

So langsam stellte sich nun die Frage nach einem Bett. Ein Blick in HRS offerierte zwar durchaus einige Hotels, ein weiterer Blick auf die Preise ließ mich trotz leichtem Sonnenbrand ziemlich blaß werden. Selbst schlecht bewertete 3-Sterne-Buden sind hier z. Zt. kaum unter 150 EUR zu bekommen. Das bin ich definitiv nicht bereit zu bezahlen (zumindest nicht, wenn der Leidensdruck noch nicht den Siedepunkt erreicht hat…). Also etwas gestöbert – und wo werden dann doch noch bezahlbare Hotels angeboten? Richtig, ausgerechnet in Neubrandenburg…

Und so sitze ich nun erneut in dieser Stadt, in der ich ja seit Monaten quasi wöchentlich zu Gast bin. Das Hotel ist einfach und nicht sonderlich hübsch, hat aber alles, was man benötigt – und ist bezahlbar.

Und wenn ich aus dem Fenster gucke kommt tatsächlich fast ein heimeliges Gefühl auf…

Morgen werde ich dann mal etwas die Feldberger Seenlandschaft erkunden, danach dann weiter Richtung Süden. Drückt mal die Daumen, dass das Wetter sich bessert…der Blick aus dem Fenster läßt ja hoffen (s. o.).

Gehabt Euch wohl – und gute Nacht!!!

#moppedtour2019

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