Tag 9: …und es gibt sie doch!

Nach dem gesrigen Ausfall geht es mir heute wieder besser…nein, das ist nicht richtig: Ich bin wieder quietschfidel wie ein Fisch im Wasser…

Vielen Dank für die Genesungswünsche – haben dann wohl geholfen!!!

Ob es nun die lustigen Wetterkapriolen der letzten Tage waren oder doch nur der schwere Helm, der zwar bequem ist, aber doch den ganzen Tag vom Nacken getragen werden muss – keine Ahnung, Kopfschmerzen sind ja per se auch nicht schlimm, aber durchaus unangenehm.

Der Arbeitsplatz des Autors…

Ob meiner gestrigen Wortlosigkeit nun noch ein paar Sätze zur gestrigen Tour. Gestartet war ich ja in Fulda. Eine wirklich sehr hübsche Stadt, deren Zauber sich bis dato bei meinen durchaus nicht seltenen Aufenthalten nicht entfalten konnte. Klar, war Fulda bis dato nur ein Schlafplatz von einer Kundendestination zur nächsten. Viel anders war es zwar vorgestern Abend auch nicht, aber mit dem Mopped fährt man doch mit offenen Augen durch eine Stadt – und dazu lag mein Hotel direkt in der Innenstadt. Totz der Schönheit, machte ich mich am nächsten Morgen auf, weiter in Richtung Norden und dann ins Weserbergland vorzustoßen. Leider waren die Kopfschmerzen von Beginn an da und wurden mit der Zeit auch nicht besser, so dass ich die eigentlich schöne Tour nur mäßig genießen konnte.

In Kassel wurde noch kurz der dort ansässige Touratech-Händler angesteuert (ob der opulenten Preise auch gern als „TeuerTech“ verunglimpft – aber die Produkte sind auch wirklich gut), da am Vorabend bemerkt wurde, dass das Pinlock-Visier meines von diesem Hersteller stammende Helms etwas locker im Helm hin- und herschlackerte. Für die Nicht-Moppedfahrer unter uns: Ein Pinlock-Visier ist quasi eine zweite Scheibe, die innen am Visier angebracht wird und das Beschlagen des Visiers verhindert (s. u.). Sitzt dieses nicht fest am eigentlichen Visier an, bringt es nix – und daher war mein Begehren, diesen Missstand beheben zu lassen.

Einmal mehr wurde ich Zeuge, dass im Bereich des Motorradzubehörs der Service noch richtig groß geschrieben wird. Der gute Mann mühte sich redlich und klempnerte ewig am Visier herum, konnte aber keine Heilung erwirken. Da er nix kaputtmachen wollte, bot er letztlich an, den Helm direkt einzuschicken. Da ich dann zwar einen Ersatzhelm bekäme, ihn aber dann wieder hierher bringen müsste, lehnte ich dankend ab. Da das Beschlagen bei diesen Temperaturen selbst bei Regen kaum gegeben ist, werde ich erstmal die Tour zu Ende fahren und dann in HH mal den Händler aufsuchen.

Da die Pein im Bregen mittlerweile noch zugenommen hatte, spielte ich mit dem Gedanken, den Tag bereits in Kassel zu beenden. Leider war die Hotelsituation so mies, dass davon Abstand genmmen wurde. Bis Göttingen würde ich mich noch durchkämpfen, da sah es in Sachen Bett schon weitaus besser aus.

Also ab aufs Stahlross und die letzte Etappe in Angriff nehmen. Eine gar wunderbare Strecke entlang der Fulda führte mich kurvig und einsam Richtung Norden. Wirklich schön – und bis dato der schönste Abschnitt der Tour. In Göttingen angekommen, erwartete mich als positive Überraschung im dortigen Park Inn eine Suite auf mich, die an Opulenz kaum zu überbieten war. Man sehe sich mal diese Sitzecke an – endlich mal trägt diese den Namen zu Recht…

Mein gestriges Wohnzimmer…

Der heutige Tag begann ohne jegliche Art von Schmerz – und mit einem reichhaltigen Frühstück. Kurz danach (nach der bereits beschriebenen Ein- und Aufpackprozedur) ging es dann auch wieder auf den Weg. Warum dieser letztlich so verlief, wie er verlaufen ist – keine Ahnung, irgendwie war mir das Wissen ob der geographischen Lagen innerhalb Deutschlands abhanden gekommen. Ich hatte mir ja vorgenommen, möglichst viel ohne Navi zu fahren (man will ja das Kartenlesen nicht völlig verlernen). Nun hilft der kleine Aral-Straßenatlas nur wenig, da man immer wieder blättern muss – was auf dem Mopped bedeutet, dass man anhalten, die Karte aus dem Kartenfach ziehen, umblättern und wieder hineinschieben muss. Und dann befindet sich das nächste Ziel natürlich immer ein paar Seiten weiter…nervig…und so dachte ich, dass Dortmund in gerader Linie von Göttingen nach Westen iegt. Stimmt nicht…aber egal…

Also fuhr ich zwar einen wunderschönen Bogen – aber es hat sich gelohnt. Durch das Weserbergland bis nach Minden konnte die Strecke es durchaus mit der zuvor erwähnten Fahrt an der Fulda aufnehmen. Und da es mir heute ja gut ging, machte es auch viel Laune. In Pota Westfalica musste ich natürlich nach dem Blick auf das Völkerschlachtsdenkmal als größtes Denkmal Deutschlands auch noch das zweitgrößte begutachtet werden. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist immerhin 88 m hoch (das Völkerschlachtsdenkmal ist mit 91 m geringfügig höher…) – und wirkt durch seine Lage am Berg noch imposanter. Unabhängig vom mir grundsätzlich skurrilen Personenkult ist die Aussicht von da oben umwerfend.

Blick vom Kaiser Wilhelm…

Danach ging es dann weiter Richtung Dortmund – von dem ich ja dachte, dass es…ach was, lassen wir das…

Und nun kommt der große Augenblick: Malte kommt einem Mysterium auf die Spur!

Seit Jahr und Tag ist ja bekannt, dass es die Stadt Bielefeld nicht gibt. Zwar ist dieser Flecken auf Karten eingezeichnet, man findet Wikipedia-Einträge zu ihr und selbst der Brockhaus vermeldet ihre Existenz. Und doch ist das offenbar eine Lüge, denn keiner kennt jemanden aus diesem Ort noch kennt er jemanden, der jemals da war. Das ist die legendäre Bielefeld-Verschwörung:

http://www.bielefeldverschwoerung.de/

Nun geschah es, dass ich in Görlitz – zufällig beim Besuch der Landkron-Brauerei – ein Gespräch belauschen konnte, in dem ein Pärchen erwähnte, aus Bielefeld zu sein (auch wenn es jetzt – Achtung! – in Athen lebte…). Das Paar sah normal und anständig aus (die Frau sogar recht hübsch…) – sollte die Angabe zu ihrer Herkunft eventuell stimmen? Da ich mich ja nun mit Porta Westfalica ja gar nicht soooo weit von diesem Mysterium entfernt aufhielt, sollte eine Exkursion ins Unbekannte doch möglich sein. Also wurde ich mutig und fuhr geradewegs in Richtung…

Fakt oder Mysterium…

Um es kurz zu machen: Ja, die Stadt gibt es. Sie ist existent…

Allerdings ist die Verschwörung ebenso real. Offenbar möchten fremde Mächte nicht, dass man sie besucht. Die Fahrt dorthin gleicht einer Folter. Mehrere Baustellen ohne den Hauch einer Umleitungsempfehlung (darunter die Vollsperrung einer Autobahn!!!) sollen dem Abenteurer von seinem Vorhanben abhalten. Hat man es dann endlich geschafft, dann erwartet ihn innerhalb der Stadtgrenzen ein – sicher inzeniertes – Verkehrschaos, dass seinesgleichen sucht. Ob dieser Zustände konnten dann auch keine Beweifotos gemacht werden – die aber ob des Gesehenen auch nicht lohnen würden. Welch dunkle Geheimnisse sich in der Stadt wohl noch auftuen werden? Ein Thema für den nächsten „Indianer Jones“-Film?

Nun ging es dann unspektakulär, aber launig weiter gen Dortmund, wo ein nettes Zimmer im Radisson Blu auf mich wartete (das einzige Bett unter 100 EUR mit Klimaanlage…). Und das man mir als Stammkunden dann direkt eine Suite andiente, macht das ganze dann noch besser…

Zuvor gab es dann noch – jaja, ich weiß, ich sollte nicht – die beste Currywurst der Welt beim Imbiss in der Mittel-/Ecke Hohe Straße. Die scharfe Version ist für mich die absolute Referenz…besser geht es kaum…

Mein heutiges Wohnzimmer…

Morgen soll es weiter Richtung Norden gehen – und in Bremerhaven enden. Ich habe mir für Donnerstag einen Besuch des „Deutschen Auswandererhaus“ vorgenommen. Dieses Museum bekommt durchweg gute bis grandiose Bewertungen. Das wird dann auch der Abschluss meine Reise. Freitag werde ich dann wohl wieder in meinen Heimathafen einlaufen…aber das sehen wir dann…

In diesem Sinne…

#moppedtour2019

1 comment on Tag 9: …und es gibt sie doch!

  1. Es gibt Bielefeld!!! Das können dir auch 170 Flaming Stars bestätigen. Und eine der schönsten Jugendherbergen die wir je besucht haben.

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