Tag 11: Auswandern nach Hause…

Der heutige Tag sollte nach einigen Tagen auf der Straße mal wieder der Weiterbildung dienen. Es war ein Besuch des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven angesetzt. Wie bereits im gestrigen Blog-Beitrag erwähnt, eilt diesem Museum ein sehr guter Ruf voraus. Verschiedene Quellen im Internet führen das Haus unter den besten Museen Deutschlands, 2017 wurde es als bestes Museum Deutschlands ausgezeichnet, 2007 war es gar das beste Museum in Europa. Da konnte man ja nicht so viel falsch machen.

Archivbild…

Zuerst einmal wurde der Tag mit einem stärkenden Frühstück in wunderschöner Atmosphäre im ebenfalls gestern bereits hochgelobten Hotel Haverkamp. Da man mir hier auch angeboten hatte, mein Gepäck und Mopped während meines Besuchs im Museum zu beherbergen und mir dann auch noch ein Plätzchen zum Umziehen angeboten hatte, konnte ich ganz bequem in Freizeitkluft zum Museum laufen (ist nur wenige Minuten vom Hotel entfernt).
Der architektonisch durchaus interessante Bau begrüßte mich zu meiner Freude mit einer geradezu frostig eingestellten Klimaanlge (draußen waren bereits über 30 Grad – und das um 9:30 Uhr morgens…). Nachdem ich dann einen durchaus opulenten Obulus von 16,50 EUR im Tausch gegen eine schnöde Plastikkarte getauscht hatte, konnte die angedachte Bildung beginnen.

An dieser Stelle sollte ich dann kurz einmal erwähnen, worum es sich bei diesem Tempel des Wissens überhaupt handelt. Das Auswandererhaus deht sich – wie der Name schon andeutet – um das Thema Aus- und Einwanderung. Dass dieses Museum in Bremerhaven entstanden ist, liegt daran, dass dieser Ort Ausgangspunkt für die Reise von mehr als 7 Millionen Auswanderer mit Ziel „Neue Welt“ war. Das mag jetzt erst einmal nicht sehr interessant erscheinen, aber die Umsetzung ist wirklich gelungen.

Das gesamte Museum ist multimedial sehr gut unterstützt. Allerlei Filme und Audio-Guides lassen sich mit Hilfe der anfangs erwähnten Karte aufrufen. Auch die Umsetzung des klassischen Museumsteils ist gelungen. So ist der Nachbau der Schiffskajüten mit einem leicht schiefen Boden ausgestattet, um die Krängung des Schiffs zu simulieren. Auch wird die Reise in die neue Welt über mehrere Zeiten hinweg dargestellt.
Mir hat besonders gut der Teil der Migration nach Deutschland gefallen, ein Bereich, der erst 2012 dazu gekommen ist. Hier wird dem Besucher an Hand seiner Eintrittskarte per Zufallsprinzip die Biographie eines (echten!) Einwanderers nach Deutschland zugeordnet. Anhand dieser kann man in verschiedenen, liebevoll gestalteten Geschäften (Frisörsalon, Foto-Atelier, Kaufhaus, Reisebüro…) die Beweggründe, die Reiseroute und das Leben in Deutschland in Bildern und Audio-Kommentaren verfolgen. Richtig toll – und auch recht bedrückend!

Ein weiteres Highlight war das kleine Kino, indem drei Kurzfilme über das Leben der Migranten in Deutschland dargestellt wird.

Insgesamt wirklich ein ganz tolles Erlebnis und eine ganz große Empfehlung meinerseits. Und liebe Macher der Völklinger Hütte: So macht man Museum!!!!

Danach tappte ich – immer noch beseelt – durch die brütende Hitze zurück zum Hotel. Ein kurzer Erfahrungsplausch an der Reception, danach im Stammtischzimmer in die Moppedkluft gewandet (ich hätte sogar noch duschen dürfen) und ab aufs Mopped.

Eigentlich war angedacht, den Tag in Bremen zu beenden und dann Freitagmorgen Richtung Heimat aufzubrechen. Nun war es aber erst 14:00 Uhr – und Bremen kenne ich ja nun zur Genüge. Also kurz abgewogen, ob sich eine weitere Übernachtung im kleinsten Bundesland rentiert – und zum Schluss gekommen, dass die Heimreise wohl doch die sinnvollere Alternative wäre. Also kurzfristig das bereits gebuchte Hotel storniert – und den Lenker Richtung Büdelsdorf eingeschlagen.

Die Fahrt gen Norden erfreute dann anfangs auch durch nette Landstraßen mit viel schattigem Laub, so dass die mittlerweile knapp 40 Grad ganz gut zu ertragen waren. Die Umgebung war eher öde, in erster Linie glänzt sie durch endlose Maisfelder (der im Übrigen letztes Jahr um diese Zeit weitaus höher gewachsen war…). Trotzdem schön zu fahren…

Das Drama begann dann mit dem Wechsel auf die A7 zwecks Unterquerung der Elbe. Einmal mehr beging mein Hirn einen Fehler, indem es der festen Überzeugung war, dass an einem Nachmittag innerhalb der Woche zu Ferienzeiten der Weg durch den Elbtunnel frei und freudig sein würde. Dem war dann leider nicht so – und im weiteren Verlauf der A7 bis hinter Hamburg Schnellsen wurde es auch nicht besser. Baustelle an Baustelle (welcher Trottel hat sich bloß ausgedacht, die Autobahn innerhalb der Stadtgrenzen zu überdeckeln? Ganz blöde Idee…).
Nun ist ein Stau grundsätzlich nicht schön, aber diesen bei 40 Grad in Moppedklamotten zu überstehen ist nun wirklich nicht lustig. Aber nach gut einer Stunde hatte ich dann auch diese Erfahrung überstanden. Nach dem hastigen Genuss drei eisgekühlter Cola Zero an der nächsten Raststätte (für insgesamt 12 EUR…egal!!!) wurde dann weiter die A7 entlanggeeilt – und um 19:00 Uhr wurde dann in den Heimathafen eingelaufen.

Zur Feier des Tages wurde dann das im Kühlschrank entdeckte Flens aufgerissen (obwohl ich ja eigentlich seit vier Wochen abstinent lebe…), danach ausgiebig geduscht und nun sitze ich hier und schreibe den Abschlussbericht…

Tja, was kann ich abschließend vermelden? Grundsätzlich eine feine Tour!
Das Wetter spielte zwar anfangs nicht recht mit, dafür wurde es dann später zu warm. Aber egal, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Und tatsächlich muss man sagen, dass es während der Fahrt auch bei 40 Grad durchaus erträglich war. Belüftungsöffnungen auf, GoreTex entnommen – dann passt es schon. Gut, einige Streckenteile boten wenig Berichtenswertes – obwohl sie durchaus spaßig zu fahren waren. Somit hat vielleicht die Berichterstattung bzw. das Lesen dieser weniger Freude wiedergegeben, als es tatsächlich war. Ich bin jedenfalls zufrieden und auch gut erholt – aber auch ganz froh, wieder zu Hause zu sein. Da ich ja noch eine Woche frei habe, werde ich sicher auch noch etwas Moppedfahren. Und sollte es etwas Spannendes geben (z. B. ein Fischbrötchen), wird es hier sicher auch gepostet…

Ich verabschiede mich vorerst mit einem Abschiedsbild (ungeschönt, direkt nach Ankunft und Absetzen des Helms…

Ich…

Liebe Leute, gehabt Euch wohl!

In diesem Sinne…

#moppedtour2019

P.S.: Nach der Tour ist vor der Tour:
Anfang Oktober geht es dann ja mit der dicken Lady und dem schlanken Freund Christian nach England…
Stay tuned!!!

3 comments on Tag 11: Auswandern nach Hause…

  1. Hallo Malte, ich habe Deine Reise mit Interesse gelesen, toll gemacht und vielen Dank dafür. Es ist immer wieder schön, Deine humorvollen Reiseberichte zu lesen. 👍🏼😃

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