Die Nacht war für mich nicht so toll. Das lag weniger an der Unterkunft als an der Tatsache, dass für heute der Besuch der Insel Öland anstand. Eine Insel liegt bekanntlich durch Wasser getrennt vom Ufer – und dieses muss überwunden werden. Dazu bieten sich Fähren (…super!), Tunnel (…auch schön!) – oder Brücken an…
Letzteres ist für Menschen mit ausgeprägter Höhenangst nicht unbedingt eine Freude – besonders nicht auf einem Mopped, ganz besonders nicht bei Wind und schon gar nicht, wenn sie sehr lang ist…
Die Brücke, die den Besucher nach Öland führt (Fähre und Tunnel gibt es nicht), ist mit über 6 km verdammt lang – und am Abend vorher wehte ein durchaus frischer Wind. Das machte mich unruhig – und diese Unruhe verfolgte mich in den Schlaf hinein.

Somit fühlte ich mich am Morgen etwas mitgenommen, was auch die Tatsache, dass der Wind über Nacht eingeschlafen war, nicht unbedingt ändern konnte. Aber nun war der Trip gesetzt – und so ging es dann nach dem Frühstück ab in Richtung Öland.
Aufgrund des starken Nebels (man sieht nicht richtig, wie hoch man sich befindet), des wenigen Verkehrs und der entgegen meiner angelesenen Information weitaus niedrigeren Brücke (ich hatte etwas von 36 m gelesen, die aber nur auf einem sehr kurzen Stück erreicht werden, danach läuft die Brücke knapp über der Wasserlinie) war die Überfahrt dann gar nicht so schlimm wie befürchtet.
Auf der Insel angekommen, folgten wir einer Route, die sich der beste Mitfahrer von Allen in der vorherigen Nacht ausgedacht/erarbeitet hatte und die uns dann direkt an der Westküste der Insel entlang führte. Dieser Teil der Insel zeichnet sich durch eine Menge Steinbrüche inkl. allerlei Abraum aus (der zu allerlei Bastelarbeiten motiviert)…

…, einige uralte Fischerdörfer wie z. B. Bruddesta…

…und Stellen mit skurrilen Steinskulpturen aus (hier Byrooms Raukar bei Byroom).

Etwas enttäuschend präsentierten sich die im Reiseführer angepriesenen Orte Sandvik und Byxelkrok, die zwar uralt sein sollen, aber sich ausschließlich mit moderner – und dazu noch äußerst langweiliger – Architektur zeigten. Das war dann für uns kein Grund, anzuhalten. Dafür war es dann an der Nordspitze rund um den Leuchtturm „Langer Eric“ sehr nett – und es gab mit einem Kaffee zumindest eine halbe Fika.


An dieser Stelle greife ich aus aktuellem Anlass einmal das Thema „Geld“ auf. Unsere Schwedentour war das erste Mal, dass ich tatsächlich nicht einmal Geld in Form von Geldscheinen oder Münzen in die Hand genommen habe. Zwar hatte ich im Vorfeld gehört und gelesen, dass in Schweden das Bargeld kaum noch eine Rolle spielen würde, aber dass das wirklich so konsequent durchgezogen wird, verwundert dann doch. Selbst in kleinsten Läden wie Kiosken oder Bäckereien in kleinsten Dörfern oder in Kirchen (Spenden) wird per Kreditkarte oder Handy-App bezahlt.
Ich komme auf das Thema, da es hier am Leuchtturm mitten in einem kleinen Birkenwäldchen (also quasi im Nirgendwo) ein Toilettenhäuschen gibt, dass selbstverständlich erst nach Zahlung mit einer Kreditkarte Eintritt gewährt… 😉

Auf der Rückreise zum Festland haben wir noch einen kurzen Stopp beim Borgholm Slott, der Ruine einer 1806 abgebrannten Festung, eingelegt.
Allerdings sparten wir uns diesmal eine intensivere Erkundung und beließen es beim Blick von außen auf das imposante Gemäuer.

Vermutlich ist die Erkundung der Ruine sehr anstrengend, fanden wir doch auf dem Parkplatz jemanden vor seinem Auto schlafend vor, in dem ein weiterer Kollege in Morpheus Armen ruhte.

Schließlich verließen wir die Insel und schlugen den Weg Richtung Karlskrona, unserem Tagesendziel, ein. Die Fahrt war unspektakulär, ja geradezu langweilig, da wir ein nennenswertes Stück der Stecke auf der Autobahn zurücklegten.

Unser Hotel in Karlskrona lag direkt in der Innenstadt, quasi ín Sichtweite des Marktplatzes. Ein Parkplatz direkt an der Rückseite des Hotels war grundsätzlich zwar angenehm, führte dann aber durch ein wirres Einbahnstraßensystem noch zu einer großräumigen Stadtrundfahrt, um letztlich keine 50 m vom Startpunkt vor dem Hotel zu enden.
Okay, das auf der Rundfahrt Gesehene versprach zumindest Einiges, auf das wir uns am nächsten Tag freuen durften.
Den Tag beendeten wir vor dem Fernseher mit dem Chevy Chase-Klassiker „Hilfe, die Amis kommen!“…

…sehr schön – und immer eine Empfehlung wert! 😊👍
In diesem Sinne…
