Der heutige Bericht dürfte recht kurz werden, da es ein recht ereignisloser Tag war – und das ist jetzt gar nicht negativ gemeint.
Der nächste Tag sollte dem Besuch der Insel Öland gewidmet werden, für den sich Kalmar als Startpunkt anbot – und somit war für diesen Tag außer einem kleinen Spaziergang durch die Stadt nicht viel geplant.
Die Nacht in unseren Kinderzimmern war entgegen meiner Befürchtung recht angenehm. Die Betten waren sehr bequem (für Schweden nicht selbstverständlich), es war recht ruhig – und den nächtlichen Toilettenbesuch hatte ich morgens schon wieder verdrängt. Das morgendliche Frühstück war ebenfalls sehr gut, so dass ich in der vom lecker gefüllten Magen aufkeimenden Zufriedenheit den Vorschlag machte, noch eine Nacht zu verlängern. Ein Hotel benötigten wir ohnehin, wir würden uns das Umziehen sparen und wir wussten, was uns erwartete. Dazu hatte ich aus den Augenwinkel erspäht, dass es eine zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung stehende Waschmaschine gab (für Moppedfahrer mit kleinem Gepäck immer eine gern genommene Option).

Nun war das auch geregelt – und es ging dann in die Stadt. Natürlich musste man zuerst eine Weile laufen, bis man den Innenstadtkern erreicht hatte. Diejenigen, die mich hier schon länger begleiten, wissen, dass ich ungern herumlaufe. Ja, eigentlich gibt es nur wenig, was ich noch weniger gern tue. Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, ein Stück zu laufen, aber grundsätzlich finde ich es doof. Nun stand auf dieser Tour durchgehend – und das trotz aller Relativierungs- und Korrekturversuche – der völlig abwegige Irrglaube im Raum, dass ich nach meinen Herzinfarkten ein geradezu unbändiges Verlangen entwickelt hätte, immer und überall nur noch zu Fuß hinzugelangen. Auch jetzt wurde wieder versucht, mir der Fußmarsch in die Stadt gegenüber der alternativen Busfahrt schmackhaft zu machen. Da ich leider aus reiner Harmoniesucht dazu neige, nachzugeben, begann also der Tag direkt mit einem 20 minütigen Fußmarsch, bevor wir überhaupt in der Stadt ankamen. Die Tatsache, dass im angelaufenen Dom eine Beerdigung stattfand und uns daher der Zugang verwehrt war, stürzte mich in einen kleinen Zwiespalt. Zum Einen kam ich vorerst um den Kirchenbesuch herum, zum Anderen nahm es mir die Möglichkeit, mich dort einige Zeit auf eine Bank zu fläzen.
Also dann ab zum Schloss. Der auf dem ersten Blick dem Schloss in Vadstena ähnelnden Prachtbau macht aufgrund seiner Nähe zum Meer schon eine ganze Menge her. Der zum Zeitpunkt unseres Besuchs auf dem Dach wütende King Kong nervte allerdings etwas…

Okay, war ein Witz… 😉


Dem Running Gag „wenn man schon mal da ist“ folgend, musste das Schloss natürlich auch von innen besichtigt werden. Wie gehabt, gab es allerlei große Räume zu sehen, ein paar Miniaturen des Schlosses in verschiedenen Epochen, Ritterrüstungen, Wandteppiche und all das, was es in jedem anderen Schloss auch so gibt.
Eine Besonderheit stellte die in einigen Räumen beheimatete Ausstellung ägyptischer Mumien dar. Warum genau diese dort stattfand und ob sie dauerhaft oder nur temporär war, konnten wir nicht feststellen. Jedenfalls war das Ganze recht originell aufgezogen und stellte eine Abwechslung zum schon zig Mal gesehenen Schlossinterieur dar.
Und die interaktiv zu betrachtenden Röntgenaufnahmen einer männlichen Mumie sorgte für große infantile Heiterkeit…

..und nein, das ist KEIN Photoshop!
Zwischen Schloss und Kirche (ja, die stand ja noch aus) wurde in der recht netten Einkaufsstraße noch die Gelegenheit zur Fika wahrgenommen. Und nach dem Kirchenbesuch, der diesmal erstaunlich flott vonstattenging, ging es zurück ins Hotel.
Hier wurde dann die Zeit mit dem Waschen der Wäsche und etwas Siesta verbracht, bevor es dann an die Überlegung zum abendlichen Essen ging. Nachdem wir entschieden hatten, dass die nahegelegene Pizzeria keine ernsthafte Option war, wurde ein im Netz hochgelobtes Restaurant in der Gamla Stan (Altstadt) von Kalmar auserkoren. Und dieses Mal wurden die Moppeds für den Transport aktiviert.
Das im Netz als einheimisch beschriebene Restaurant servierte in erster Linie Burger und Pizza (🤦♂️!), war aber gut besucht und der Kellner war nett und lustig. Den Abschluss des Abends stellte dann noch ein kleiner Verdauungsspaziergang (wieder laufen…) durch die Altstadt dar. Ja, ganz nett…

In der Nacht träumte ich, wie ich von der nach Öland führenden Brücke geweht wurde…

(Archivbild)
In diesem Sinne…
