Schweden – Tag 5: Slott och slussa

Nach einer unerwartet komfortablen Nacht im Hostel des SFT in Huskvarna, begann der Tag mit einem stärkenden Frühstück. Ich nutze die Erwähnung des Frühstücks mal, um an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung zum Thema Essen und Verpflegung zu verfassen.

Das Thema Frühstück wurde seitens der Hotels/Hostels immer sehr positiv abgehandelt. Immer gab es ein reichhaltiges Buffet mit (fast) Allem, was das Bikerherz begehrt. Von Rühreiern über Frühstückseier, Brot, Brötchen, Croissants, Knäckebrot, verschiedene Wurst- und Käsesorten, zig Sorten Cerealien bis hin zu verschiedenen Sorten Joghurt, Quark, Milchprodukte und Kuchen. Für mich etwas befremdlich war die Auswahl an verschiedenen Fischsorten, die für mich nicht gut zum Frühstück passen. Aber das ist vermutlich Gewöhnung. Natürlich variierte das Angebot immer wieder geringfügig (z. B. wurden mehrfach frische Pfannkuchen gereicht), aber Grund zur Beschwerde gab es nie.


Durch das reichhaltige Frühstück konnten wir uns in der Regel das Mittagessen sparen. An dessen Stelle trat dann die in Schweden etablierte Institution der „Fika“. Diese stellt eine traditionelle Auszeit – zumeist am frühen Nachmittag – in Form einer Kaffeepause als geselliges Zusammensein dar. Üblich ist der Genuss einer frisch gebrühten Tasse Kaffee und eines kleinen süßen Snacks in Form einer Zimtschnecke oder eines Stück Kuchens.


Für die Schweden stellt die Fika einen „Moment zum Innehalten, Durchatmen und Verbinden“ dar – für mich eine willkommene Unterbrechung der doch zumeist recht exzessiven Wanderungen und Besichtigungstouren. Mein Favorit zum (in der Regel sehr starkem) Kaffee ist entweder die klassische Zimtschnecke oder die Vanilleschnecke als ausgefllppte Alternative.


Der Versuch, abends klassisch schwedisch essen zu gehen, scheiterte auf ganzer Linie. Entweder kamen wir so spät an, dass die Lust zum Abendessen nicht mehr richtig vorhanden war oder das Hotel lag so ungünstig, dass ein Supermarkt die naheliegendere Art der Verpflegung darstellte. Sollte es tatsächlich mal in ein Restaurant gehen, half uns die im Hotel gestellte naheliegende Frage nach einem Restaurant mit klassisch schwedischer Küche oft nicht weiter, da die Tipps entweder wenig konkret waren („…gucken Sie mal da, da gibt es verschiedene Restaurants…“) oder wir direkt in die nächste Pizzeria geschickt wurden. Wobei die Auswahl an Pizzasorten die uns bekannten Maßstäbe völlig sprengte (das Restaurant „Le Cardinal“ in Ystad bot nicht weniger als 64 (!!!) verschiedene Pizzen an…). Das in den Restaurants genossene Essen war durchweg gut – aber das typisch Schwedische fehlte uns irgendwie. Vielleicht hätte man zum Finden entsprechenden Lokalitäten etwas mehr Energie investieren sollen – aber letztlich waren die Prioritäten dann anders gesetzt…


So, zurück zur Tour…

Nach dem also auch in Huskvarna opulenten Frühstücksbuffet ging es rauf auf die Moppeds und weiter im Plan. Für diesen Tag standen Abstecher nach Vadstena und der Schleusenanlage im Örtchen Berg auf dem Plan. Als Tagesendziel war die Stadt Norrköping anvisiert.

Der Weg nach Vadstena führte uns eine Weile direkt am Ufer des Vättern entlang, Schwedens zweitgrößten See. Dieses Wasser besitzt die gut 3,5fache Größe des Bodensees, der ja bekanntlich der größte See Deutschlands ist. Somit war die Aussicht auf der ersten Tagesetappe schon einmal sehr schön.

Vadstena beeindruckt mit einem imposanten Schloss, das sich durch die Besonderheit auszeichnet, dass in dem das Schloss umgebene Wassergraben Yachten und Boote anlegen können. Etwas, das wir bis dato noch nicht gesehen hatten.


Das Schloss selbst war halt ein Schloss. Neben den obligatorischen Ritterrüstungen, konnten wie üblich das Schlafzimmer des Schlossherrn (das Bett stammt aus Schleswig-Holstein), der Speisesaal des Schlossherrn, der Festsaal und noch allerlei Säle und Räume mehr, mal mehr, mal weniger vollständig eingerichtet, besichtigt werden. Kann man machen, wenn man – wie der beste Mitfahrer von Allen so schön sagte – „schon mal da ist“.

Anschließend wurde noch einmal durch die Einkaufsstraße spaziert, die sich wirklich sehr niedlich präsentierte – und natürlich die Gelegenheit zur Fika bot.

Als nächster Punkt auf unserer Liste stand der kleine Ort Berg, der unser Interesse durch eine auffallend aufwändige Schleusenanlage im dort hindurchfließenden Göta-Kanal geweckt hatte.


Der 1832 eröffnete, gut 190 km lange Göta-Kanal verbindet die die großen Seen Vänern und Vättern mit Ostseite Schwedens. In Berg existiert eine recht imposante Schleusenanlage, die in 11 Stufen insgesamt knapp 19 m Höhenunterschied überwindet – und schließlich im See Roxen mündet.


Die Anlage ist durch die Nähe am See sehr schön gelegen und lässt sich schön erkunden – und schließlich durchquerte zu unserer Freude noch ein Schiff die Schleuse. Zugegebener Maßen wirkt die seit nunmehr 205 Jahren in Betrieb befindliche Schleusenanlage recht mitgenommen und fragil, das durchquerende Schiff wirkte ähnlich… 😉


Nach einem kurzen Blick auf die nahegelegen Klosteranlage („Vreda Kloster“…“…wenn man schon mal da ist…“), ging es dann auf die Schlussetappe Richtung Norrköping.


Das mitten in der Stadt gelegene Hotel präsentierte sich etwas rustikal, aber insgesamt in Ordnung – und erfreute uns mit einer Tiefgarage (Motorradfahrer schätzen das sehr…). Der Tipp der Rezeptionistin für das Abendessen lenkte uns dann auch zielsicher…

…in die nächste Pizzeria… 😉

In diesem Sinne…

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