Nach unserem Ausflug nach Smögen (inkl. der Fahrt dorthin) war die Begeisterung groß – und somit hätten wir die Tour eigentlich beenden können. „Unser“ Schweden (Holzhäuschen, wilde Natur, felsige Küsten…) hatten wir entdeckt, Schöneres konnte nur noch schwerlich zu finden sein.
Den Rest der Zeit zwischen bunten Häuschen aus dem Liegestuhl auf den Fjord gucken, ein kühles Getränk in der Hand – so schlecht war diese Vorstellung ja nicht.

Aber natürlich war der Plan ein anderer – und so ging es dann bald wieder auf die Straße. Aufgrund der etwas verlängerten Exkursion Smögens auf folgenden Vormittag, wurde unsere Planung ein wenig angepasst und schweren Herzens die Besichtigung des Aquädukts in Haverud gestrichen und direkt das nächste Ziel unserer Planung, die Stadt Trollhättan, angelaufen.


Trollhättan ist in erster Linie als Heimat des zwischenzeitlich leider nicht mehr existenten Automobilherstellers Saab bekannt, aber auch der dortige Wasserfall und die vielfältige Natur inkl. allerlei Wanderwegen werden in Reiseführern und -portalen sehr hervorgehoben.
Und letztlich ist Trollhättan noch für seine Filmindustrie berühmt, die u. a. die Lars von Trier-Werke „Dancer in the Dark“, „Dogville“ und „Manderlay“ hervorgebracht hat. Daher auch der liebevoll gewählte Spitzname „Trollywood“.

Auch hier erwarteten wir ein niedliches, viel Gemütlichkeit („Hygge“) ausstrahlendes Schweden-Städtchen, wurden dann aber in mehrfacher Hinsicht sehr enttäuscht. So erinnerte uns die Innenstadt architektonisch eher an Zeiten des Sozialismus in DDR und Sowjetunion. Dass die Fußgängerzone aktuell eine einzige Baustelle ist, tat ein Übriges, dass der Wohlfühlfaktor eher gering war.

Der Fußmarsch zum Wasserfall war dann schon ganz nett, führte er uns bei strahlendem Sonnenschein am Fluss Göta älv entlang, endete aber erneut mit einer Enttäuschung, da es sich beim angepriesenen Wasserfall um ein künstliches, durch eine zur Stromerzeugung geschaffene Stauung entstandenes Phänomen. Und dieses findet nur sporadisch in Abhängigkeit des Füllstandes statt, der NATÜRLICH zum Zeitpunkt unseres Besuchs so niedrig war, dass sich uns der Wasserfall als staubtrockene Geröllhalde präsentierte.
Tja, schade, aber man konnte schon erahnen (unsere Vorstellungskraft ist recht gut 😉), dass es schon beeindruckend sein könnte – und einiges an beeindruckender Natur war schon zu sehen…
Aber gerade diese Unvollkommenheit ließ uns viel lästern – und somit auch viel Spaß haben. Es ist also nicht unbedingt von einem Reinfall zu sprechen (aber von einem „Rheinfall“ auch nicht… 😉).
Als Tagesendziel hatten wir uns die Kettensägen-Heimat Huskvana auserkoren, da es dort eine der uns sehr empfohlenen SFT-Herbergen (SFT = Svenska Turistföreningen) gab und für unsere weitere Reise strategisch günstig lag. Die Strecke zum Ziel war schnurgerade, somit grottenöde zu fahren – und wartete am Ende noch mit einer zeitintensiven Baustelle auf, so dass wir erst um 20:30 Uhr in der Jugendherberge eintrafen. Immerhin präsentierte sich die dort reservierten Zimmer als recht behaglich, auch wenn die Sammelduschen auf dem Flur zu finden waren (immerhin gab es Toiletten im Zimmer).
Kurze Abstimmung des nächsten Tages – und ab ins Bett…
In diesem Sinne…
