Schweden – Tag 3: Smögen muss man mögen…

So, bevor ich mich weiteren Beschreibungen unserer Reise widme, muss ich kurz ein paar Worte der Entschuldigung an Euch richten.

Der sicherlich brennend erwartete Nachschub an dieser Stelle stagnierte in den letzten Tagen etwas. Leider war die Reise vollgepackt mit viel (sehr schöner) Strecke und vielen Zielen, so dass tatsächlich nur wenig Zeit blieb, mich hier zu kümmern – und da man ja einen gewissen Anspruch an die Qualität hat, erschien es mir auch nicht ausreichend, lediglich zwei, drei Bilder zu posten.

Mittlerweile bin ich zurück in der Heimat. Da ich noch ein paar Tage Urlaub habe, ergänze ich es hier nun Stück für Stück. Das ist eigentlich auch ganz schön, kann ich doch so die Reise noch einmal schön Revue passieren lassen.

Also, dann mal los…

Nach dem ausgiebigen Spaziergang durch Göteborg am Vortag, knirschten meine Gelenke auch am nächsten Morgen noch. Daran konnte auch das durchaus opulente Frühstück im bezogenen Kviberg Park Hotel wenig ändern. Das Hotel selbst war schon in Ordnung, aber die Trauer beim Abschied hielt sich auch in Grenzen.

An diesem Tag sollte es von Göteborg aus die Küste hinauf nach Smögen gehen. Dabei sollte die Insel Orust durchqueert und in den Orten Mollösund und Lysekil ein kleiner Zwischenstopp eingelegt werden.


Also nach dem Frühstück das Gepäck zu den Moppeds geschleppt, verstaut und vertäut – und uns in die Sättel geschwungen. Nachdem wir anfangs etwas mit Baustellen und Navi kämpfen mussten (das uns zielsicher immer wieder zur Baustelle zurücklotste), gelang es uns dann schließlich doch noch, Göteborg zu verlassen. 

Anfangs noch durch nette, aber nicht sonderlich erwähnenswerte Landschaften fahrend, riss einen beim Erreichen der Insel Orust die Begeisterung ob der Landschaft quasi fast aus dem Sattel. Hier war es, das, was ich von Schweden erwartet habe: Wilde Natur mit felsigen Küsten und kleinen Schäreninseln im Meer, hingestreute Holzhäuser – und herrlich gewundene Straßen.


Nach einigen Kilometern voller Freude, liefen wir ins Örtchen Mollösund am Westzipfel der Insel Orust ein. Der Begriff Örtchen ist für die Handvoll Häuser schon fast etwas zu hoch gegriffen – aber da sie wunderschön an einer natürlich Meerenge inmitten einer felsigen Küstenlandschaft eingebettet sind, machen sie schon etwas her. Im Zentrum ein kleiner Hafen, ein paar Meter weiter ein niedlicher Leuchtturm – und zur Freude meines Mitfahrers eine versteckte Badestelle mit Sprungbrett.

Aber letztlich hieß es auch hier Abschied nehmen und weiter durch die herrliche Landschaft gen Norden pfeilen. Das Highlight des Tages war die Zwischenetappe zwischen zwei Fähren auf der Insel Malö, die sich zwischen Felswänden und kleinen Buchten entlangschlängelte. Leider folgte mit Lysekil dann kurz darauf die große Enttäuschung, denn diese Stadt hatte so gar nix, was uns begeistern konnte. Immerhin gab es ein Eis – und den unvermeidlichen Kirchenbesuch.

Ansonsten hielten wir uns nicht lange auf und strebten dann unserem Tagesziel Smögen entgegen.

Smögen, ein erneut malerischer Ort an einer Fjord ähnlichen Bucht gelegen, ist in der Hauptsaison der luxuriöse Ballermann Schwedens und wird von den skandinavischen Rich-Kids in ihren Yachten heimgesucht. Das Leben soll toben – und um die Hygge ist es dann wohl eher schlecht bestellt. Zum Zeitpunkt unserer Reise war die Remmi-Demmi-Zeit zum Glück schon vorbei und Smögen präsentierte sich ruhig und heimelig. Da wir vom Vortag und der Fahrt hierher etwas ermüdet waren, beschlossen wir nach einem kurzen Spaziergang, noch etwas zu Essen, dann ins nahe Hotel zu fahren und die Erkundung des Ortes am nächsten Tag weiterzuführen.


Die künstlerische Freiheit erlaubt es mir, den nächsttägigen Smögen-Besuch hier noch mit zu verarbeiten – und somit natürlich auch das gebuchte Hotel hier zu erwähnen.


Das von uns erwählte Hotell Fisketången (Hotell mit zwei „L“ ist übrigens richtig… 😉) ist schon erwähnenswert, denn es liegt im nahen Kungshamn nicht nur direkt am Wasser, sondern besitzt auch einen eigenen Steg, von dem der beste Mitfahrer von Allen nach dem Aufstehen direkt ein erfrischendes Bad nahm. Waren die Zimmer gerade so in Ordnung, gab es beim Frühstück nichts zu meckern – und der Blick aus dem ersten Stock über den Fjord tat sein Übriges, den Wohlfühlfaktor noch zu erhöhen.


Und so ging es dann gut gelaunt mit voller Plauze noch einmal zurück nach Smögen, um uns den rund einen Kilometer langen Smögenkai („Smögenbryggan“) zu erwandern. Und ja, es hat sich gelohnt. Die bunten Boots- und Fischerhütten, die sich am Ufer der Bucht aufreihen, das glasklare Wasser und ein paar vertäute Boote schufen eine Postkartenidylle, die wirklich seinesgleichen sucht. 


Somit haben wir dann nach dem Tag im von mir als „Nicht Schweden“ geschmähten Göteborg nun Schweden aus dem Bilderbuch quasi mit dem Buchrücken eingeprügelt bekommen. Herrlich…so kann es weitergehen…

In diesem Sinne…

3 Kommentare zu Schweden – Tag 3: Smögen muss man mögen…

  1. Ach Mensch, sieht wie immer toll aus und liest sich auch so! Bin gespannt, was der Rest des Schwedentrips uns hier noch für schöne Anekdoten beschert 😍

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