Schweden – Tag 14: Junge, komm bald wieder…

Alles geht einmal zu Ende – und somit hat dann auch die schöne Zeit in Schweden ein Ablaufdatum, dass am 04.09.2025 erreicht war.

Ganz entspannt rollten wir nach dem Frühstück vom strategisch gut gelegenen Hotel die 7 Minuten zum Fährhafen in Helsingborg, um die knapp 20 minütige Überfahrt ins dänische Helsingör in Angriff zu nehmen.


Nach guten zwei Stunden Autobahnfahrt über die dänischen Inseln Seeland, Falster und Lolland, enterten wir in Rødbyhavn die Fähre, die uns nach Puttgarden auf Fehmarn – und somit in die Heimat bringen sollte.

Bei beiden Fähren hatten wir Glück, dass wir quasi direkt bei der Ankunft drauffahren konnten – und auch der Rest der Tour verlief erstaunlich unspektakulär. So konnten wir auf der recht langweiligen Strecke unserer Gedanken nachhängen und die Reise noch einmal Revue passieren lassen.

Nachdem wir dann wieder in Deutschland angelandet waren und Fehmarn durchquert hatten (ich bin immer wieder verwundert, wie öde diese Insel doch ist…), legten wir im hübschen Café zur Bäckergrube in Lütjensee eine letzte Fika ein, um dann in verschiedene Richtung (Brunsbüttel und Büdelsdorf) weiterzufahren.

Um kurz nach 18 Uhr lief ich dann wohlbehalten mit gut 3.100 km mehr auf der Uhr im Heimathafen ein…


So, nun ist es Zeit für eine kleine Zusammenfassung:

Die Tour war insgesamt ein Volltreffer!

Die Landschaft – gerade an der Westküste – ist fantastisch. Die schroffe Küstenlinie mit den Schären ist wirklich wunderschön, aber auch der Mix aus Seen, Wäldern und kleinen Orten im Binnenland weiß durchaus zu gefallen.

Die Straßen können sowohl vom kurvigen Verlauf als auch von der Qualität vollends überzeugen. Natürlich gibt es auch Abschnitte, die weniger spannend waren – aber dann lag es zumeist daran, dass aus Zeit- und/oder Bequemlichkeitsgründen am Ende eines langen Tages Autobahn oder Schnellstraße zur schnellsten Erreichung des Ziels gewählt wurde.

In Sachen Ortschaften haben wir mit der Großstadt Göteborg, dem aus drei Häusern bestehenden Sevedstorp (= Bullerbü) und Vielem dazwischen eine große Bandbreite abgedeckt. Alle hatten ihre schönen Ecken, waren fast immer auffallend sauber und gepflegt – und strahlten auf irgendeine Art und Weise die typisch schwedische „Mysig“, also Gemütlich- oder Behaglichkeit, aus (okay, Göteborg vielleicht etwas weniger…).

Das liegt natürlich auch daran, dass der Schwede an sich äußerst entspannt und geduldig zu sein scheint. Schlange stehen, hinter langsamen Autos herschleichen, aufs Essen warten – all das wird klaglos mit viel Geduld und einem Lächeln ertragen. Auch gibt man sich insgesamt sehr freundlich und zuvorkommend (der Pizzabäcker in Kalmar war vermutlich neu in Schweden… 😉).

Schlange stehen? Können die Schweden… 😎


Was der Schwede nicht so gut beherrscht, ist das Thema Hotel. Zwar haben wir fast überall zufriedenstellend schlafen können, aber Ausstattung und Zustand waren oft schon grenzwertig – und so sind Hotels mit drei Sternen in Schweden bei weitem nicht mit entsprechenden Herbergen in Deutschland vergleichbar. Aber eventuell bin ich durch meine jährlich etwa 150 – 200 Hotelübernachtungen auch etwas zu sehr sensibilisiert.


Ohne Fehl und Tadel war eigentlich immer das Frühstück, das kaum Wünsche offen ließ – und da es üblicher Weise  im Zimmerpreis inkludiert war, relativierte sich der Übernachtungspreis dann auch noch (vor Allem, wenn man in Deutschland gern mal 25 EUR extra für das Frühstück zahlt).

Ansonsten ist eine Aussage zum Thema Essen etwas schwierig. Wie schon geschrieben, führten die Fragen nach Empfehlungen der Einheimischen für „Restaurants mit typisch schwedischem Essen“ zumeist in Burgerläden oder Pizzerien. Nicht schlecht, aber eben nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Nun mag es aber auch daran liegen, dass wir nach einem langen Tag wenig Lust hatten, uns selbst etwas entsprechendes zu suchen. Teilweise haben wir uns auf dem Weg zum Hotel in einem Supermarkt etwas zu essen besorgt, da wir keine große Motivation mehr hatten, nach der Ankunft im Hotel noch irgendwo zum Essen hinzugehen. War dann auch die günstigere Lösung – wobei auch das Essen im Restaurant unsere Budgets jetzt nicht übermäßig belastet hat.

Dass allerdings die Fika und der dazugehörige Kaffee nebst Gebäck voll auf unsere Zustimmung stieß, schrieb ich ja schon. Da haben die Schweden echt etwas sehr Schönes traditionalisiert… 👍

Überhaupt waren die Preise nicht so exorbitant wie erwartet bzw. uns im Vorfeld suggeriert wurde. Okay, beim Alkohol soll das wohl zutreffen, aber aufgrund von Abstinenz (ich) bzw. heimatlicher Selbstversorgung (der beste Mitfahrer von Allen) fehlt uns da die Erfahrung.

Womit wir wirklich großes Glück hatten, war das Wetter. Lediglich einmal (am vorletzten Abend) war es notwendig, dass wir uns vor der Fahrt Regenkleidung anziehen mussten – und dann war der Regen auch nach etwa zwei Stunden wieder vorbei. Zwei, dreimal gab es so leichten Nieselregen, dass sich auf den Visieren ein paar Tropfen zeigten, man den Regen sonst aber nicht spürte. Die andere Zeit war das Wetter zumindest in Ordnung, an vielen Tagen sogar richtig toll – und das ist laut Aussage mehrere Schweden für Ende August/Anfand September sehr unüblich. Tja, wenn Engel reisen… 😉

Somit haben wir dann unsere Besichtigungstouren eher dem Wetter angepasst und sind – die obligatorischen Kirchen- und Schlossbesichtigungen einmal ausgenommen – den klassischen Museen ferngeblieben und lieber draußen herumgestreunt. Das führte zwar dazu, dass mir das täglich kilometerlange Herumlatschen (lt. GPS durchschnittlich knapp 9 Kilometer am Tag) irgendwann ziemlich zum Hals heraushing, aber immerhin war der Junge an der frischen Luft…

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Tour ein echtes Highlight war – und Schweden durchaus ein weiteres Mal Ziel unserer jährlich anstehenden Tour sein darf.

Eine Einordnung in ein Ranking fällt schwer, da jede unserer Touren – sei es England, Polen, Belgien aber auch unsere Fahrten durch Deutschland – bis dato Highlights zu bieten hatten – und gleichzeitig zu unterschiedlich sind, um faire Vergleiche zu ziehen. Auf jeden Fall ist Schweden wirklich lohnend!

…und dann geht natürlich einmal mehr mein Dank an den besten Mitfahrer von Allen, meinen lieben Freund Christian, der trotz einiger Launen meinerseits immer entspannt und gut gelaunt durch die Tour geführt hat.

Eigentlich wäre aus Dir auch ein passabler Schwede geworden… 😜


In diesem Sinne… 😎



P. S.:

Auf den Fahrstecken haben mich neben einigen Podcasts die folgenden Hörbücher begleitet:

Henning Mankell – Mörder ohne Gesicht

Der erste Roman mit Kommissar Wallander um den Mord an einem alten Bauern-Ehepaar. Ein grandioses Buch, von Ulrich Pleitgen gewohnt toll gelesen. Immer wieder ein Genuss!

Timo Leibig – Das Schiff

Nach dem Zusammenstoß eines Kreuzfahrtschiffs mit einem Militärschiff, scheint das Kreuzfahrtschiff völlig isoliert ohne Kontakt zur Außenwelt auf unbestimmbaren Kurs durch den Ozean zu treiben. Und das führt zu Chaos, Dramen und Tod unter den Passagieren. Der Kapitän ist ein arroganter Dummkopf, der Koch ein Mörder. Zum Glück sind zwei ganz doll fähige Elitesoldaten und und der weibliche, natürlich äußerst sexy aussehende zweite Offizier an Bord, die regeln das schon… 🤦‍♂️


Völlig missratener Mist. Ein im kindlichem Sprachstil zusammengeschustertes Klischee eines SciFi-Thrillers, das zumindest durch eine Menge ungewollten Humors glänzen kann. Was man dem Buch zumindest nicht vorwerfen kann, ist, dass das Ende vorhersehbar ist. Die Auflösung ist so unlogisch und deppert, dass man da tatsächlich nicht drauf kommt – da sie aber zum Zeitpunkt der Auflösung ohnehin niemanden mehr interessiert, ist trotzdem keine Spannung vorhanden.
Der ungewollte Humor ließ mich trotzdem durchhalten – aber es lohnt sich absolut nicht… 🤷‍♂️

2 Kommentare zu Schweden – Tag 14: Junge, komm bald wieder…

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