Schweden – Tag 10: Herr Rosenbom und der Schrott

Unsere Schwedentour steht – zumindest in Teilen – unter einem literarischen Aspekt. So waren wir ja bereits etwas in die Welt Astrids Lindgren eingetaucht, Henning Mankells Kommissar Wallander stand für die nächsten Tage noch auf dem Plan. Aktuell logierten wir in Karlskrona, einer noch relativ jungen Stadt, die aufgrund ihrer Lage auf vielen kleinen Inseln als Marinebasis gegründet wurde .- und bis heute diesem Zweck dient. Der Hafenbereich ist heute größtenteils Weltkulturerbe.

Obwohl die Stadt grundsätzlich sehr lohnend ist, kam die Intention, sie auf unsere Route zu setzen, ebenfalls aus der Literatur, nämlich aus dem 1907 von Selma Lagerlöff veröffentlichten Roman „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (für den Frau Lagerlöff den Nobelpreis für Literatur erhalten hat). Diesen Roman hatte ich als Vorbereitung als Hörbuch genossen – und u. a. verbringt der zwergenhafte Protagonist eine Nacht in Karlskrona, wo er auf die nachts lebendig werdenden Statuen vom König XI. und „dem alten Rosenbom“ stößt.

Aber der Reihe nach…

Dass der Tag mit einem guten Frühstück startete, ist vermutlich eine obsolete Information. Auch in diesem Hotel hatten wir die Erlaubnis, Moppeds und Gepäck in bzw. am Hotel zu lassen und konnten dann in Freizeitkleidung unsere Exkursion beginnen. Also Wanderschuhe statt Moppedstiefel an – und los. Durch die wirklich sehr gute Lage im Zentrum der Stadt, waren es dann auch nur wenige Schritte zum Marktplatz.


Nach der dort obligatorischen Kirchenbesichtigen (Friedrichskirche) führte uns der Weg durch die noch leere Einkaufsstraße zum Wasser und auf die Insel Sturmholmen.

Aufgrund des tollen Wetters entschieden wir uns gegen einen Besuch des Marinemuseums und tigerten weiter am Ufer entlang bis zur hölzernen Admiralskirche, der größten Holzkirche Schwedens, vor der dann auch die schon erwähnte Statue des „alten Roseboms“ zu finden ist. Lustiger Fun-Fact: Man kann den Hut der Statur hochklappen und dort Geld in einen Münzschlitz einwerfen. Wir haben uns natürlich nicht lumpen lassen… 😉

In einem kleinen Park wurde noch ein Blick auf den Admiralsturm geworfen, …


…bevor es dann zwecks Fika in eine Filiale der oft in den schwedischen Innenstädten anzutreffenden Kette „Espresso House“ ging. Super Kaffee und ganz tolle Zimt- und Vanilleschnecken.


Nachdem wir uns danach auf dem Flur des Hotels umgezogen hatten, ging es zum Abschluss unserer Exkursion mit den Zweirädern ans andere Ende der Stadt in den Dragsövägen, um einen Blick auf die Siedlung Brändaholms Kolonistugor zu werfen – ein Holzhausensemble, das quasi den Prototyp unserer Vorstellung von Schweden darstellt und auf vielen Postkarten verewigt wurde. 

Beim Verlassen der Stadt konnte ich ein sehr positives Fazit ziehen: Karlskrona hat mir sehr gut gefallen!

Das nächste Ziel des Tages findet sich in der Nähe der kleinen Stadt Ryd: Der Autofriedhof Kyrkö Mosse.


Kyrkö Mosse ist ein mitten im Wald gelegenes Moor, an dessen Rand ein gewisser Herr Åke Danielsson, ein Unternehmer aus dem Torf-Geschäft, als Nebengeschäft eine kleine Autoverwertung betrieb. Die Überreste der ausgeschlachteten Autos verblieben im Wald, als er 1992 in ein Altersheim umzog. Nach der ursprünglichen Idee der Behörden, das Gelände aus Umweltschutzgründen räumen zu lassen, wurde es letztlich aus „kulturhistorischen“ Gründen bis 2050 unter Schutz gestellt – und so stehen/liegen nun zig Autowracks rostend und verrottend hier im Wald. Einige Fahrzeuge zum Teil im Boden eingesunken, bei einigen wurde sicher auch durch Vandalismus beim Verfall nachgeholfen. Das Ganze hat schon eine sehr eigene Stimmung und bietet schöne Fotomotive. „Hauptattraktion“ ist wohl der/ein, einem gestrandeten Wal gleich, im Wald liegende Tourbus von ABBA.


Nachdem wir dann etwas gedankenlos einfach mal in den Wald gerannt sind und dann auf der Suche nach den Autowracks orientierungslos durch das Moor geirrt waren (inkl. Kniefall in ein Matschloch mit anschließend verdreckter und nasser Hose), fanden auch wir schließlich auch den magischen Ort… 😉

Aus rein praktischen Gründen (nahe dran mit günstigem Hotel) hatten wir die Stadt Olofström (klingt etwas nach einem schwedischen Pornodarsteller… 😉) auserkoren, die wir dann im Anschluss des Schrottplatzbesuchs anliefen. 


Ein ganzer Tag an der frischen Luft – da war der Abend dann auch nicht mehr lang.


In diesem Sinne…

2 Kommentare zu Schweden – Tag 10: Herr Rosenbom und der Schrott

  1. …sehr schön, einen weiteren Tag mit Euch zu reisen….
    Und endlich gab es für Euch Gelgenheit, mal wieder Bargeld in die Hans zu nehmen.
    Oder hatte der alte Rosenbohm unter dem Hut etwa einen PayPalMe-QR-Code?

    1. Nein, die Statue tatsächlich nicht, aber ein paar Kirchen hatten tatsächlich einen QR-Code für die App „Swish“ (schwedisches PayPal) als digitalen Klingelbeutel… 😝

      Christian hatte ein paar Euromünzen. Ich hatte den gesamten Urlaub tatsächlich keinerlei Geld dabei… 🤷‍♂️

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