Maltes Großbritannien-Tour – Tag 4

Guten Abend, liebe Leute!

Sitze nun warm und trocken in Norwich in der englischen Grafschaft Norwich. Das ist deswegen sehr erwähnenswert, da es heute quasi durchgehend wie aus Eimern geschüttet hat – und zum Abschluss hat Petrus dann noch einmal richtig aufgedreht und präsentierte als Highlight einen sintflutartigen Wolkenbruch mit Gewitter-Orkan…holla, da war etwas los…

Und kaum war ich im Hotel, stand noch topfend vor dem Empfang, da riss der Himmel auf – und die Sonne scheint. Danke, Ihr da oben…

Aber der Reihe nach. Nach einer erneut sehr angenehmen Nacht in meiner Absteige mit Gemeinschaftsbad und Blick auf den Bahnhof, wurde nach einem exzellenten Frühstück zum Aufbruch geblasen. Es sollte nach Cambridge gehen, mir mal die altehrwürdigen Universitäten angucken – besonders die Universitätsbibliothek sollte sehenswert sein.

Zum Zeitpunkt der Abfahrt zeigte sich am Himmel sogar noch etwas blau – und somit rollte ich mit guter Stimmung vom Hof.

Mein „Palast“ in Ipswich vom Parkplatz aus…

Das Navi hatte sich eine wunderschöne Strecke über kleine kurvige Nebenstraßen ausgedacht. Leider begann es quasi in dem Moment zu regnen, als ich die Stadtgrenze von Ipswich erreichte. Schade eigentlich…

Trotzdem war es recht vergnüglich, dem Geschlängel zu folgen. Teilweise waren die Straßen über Kilometer so schmal, dass es alle paar hundert Meter Ausweichbuchten gab, da keine zwei Autos aneinander vorbeigepasst hätten. Okay, da fährt man dann halt etwas langsamer und freut sich, dass die Engländer ein sehr rücksichtsvolles und äußerst freundliches Völkchen sind. Somit kam man sich auch auf den schmalen Straßen nicht zu nahe.

Schließlich erreichte ich dann Cambridge, die geschichtsträchtige Universitätsstadt im Osten Englands, die sich mit Oxford immer wieder spannende Ruderboot-Rennen liefert.

Nachdem ich meine Dicke abgestellt hatte, drängte mich ein menschliches Bedürfnis dazu, erst einmal schnellstmöglich einen Abort zu suchen. Bereits etwas in Bedrängnis fragte ich zwei vor einem großen Museum stehende Scurity-Leute nach dem nächsten Klo. Man wies mich äußerst freundlich darauf hin, dass ich doch gern die Toiletten des Museums nutzen könnte. Ich sollte am Haupteingang einfach nach der Toilette fragen und sagen, dass Andrew mich schickte.

Das tat ich dann natürlich auch – und wurde von einer netten Dame direkt zum Herren-Sanitärbereich geleitet. Die Toiletten waren äußerst sauber, geräumig und es war schön warm – daher nahm ich mir die Zeit für die Verrichtungen, die man da so verrichtet und las noch ein wenig die BILD auf dem Handy. Als ich dann nach einiger Zeit wieder aus dem Bereich trat, wartete die nette Dame weiterhin dort, um mich auch wieder hinaus zu geleiten. Das war mir dann schon etwas peinlich…

Der perfekte Parkplatz…

Egal, unendlich erleichtert marschierte ich dann mal los – und marschierte denn auch direkt mal durch den Seiteneingang ins ehrwürdige Trinity College. Weit kam ich allerdings nicht. Kaum hatte ich einen Blick in den weiträumigen Innenhof werfen können, da wurde ich mit strenger Stimme zurückgepfiffen und von einer streng dreinblickenden Dame lautstark und brüsk darüber aufgeklärt, dass man als Besucher hier nix zu suchen hätte. Hmmm, doof…

Meine Frage, ob man denn das King’s College besuchen könnte (das ist vom Baustil noch etwas opulenter…), wurde mit einem spöttisch lachenden „No“ erwidert. Hmmm, noch doofer…

Nachdem ich auch beim gegenüberliegenden Corpus Christi-College abgewiesen wurde, war ich schon etwas angezickt. Auch die Bibliothek ist aktuell nicht für Besucher zugänglich, wie man mir mitteilte.

Also schlenderte ich noch ein paar Meter Richtung Innenstadt. Ganz hübsch soweit, allerdings unangenehm voll.

Und dann legte auch direkt der Regen wieder los und vertrieb mich aus der Stadt.

Als Ziel des Tages hatte ich mir Norwich ausgeguckt. Das Hotelangebot recht günstig, die Stadt soll recht hübsch sein – und die Richtung stimmt auch. Das das Wetter keine Lust auf irgendwelche Experimente in Sachen Routenführung weckte, rollte ich dann auf dem schnellsten Weg dem Ziel entgegen, das bedeutete Autobahn. Auch hier fällt auf, wie rücksichtsvoll und zurückhaltend die Briten sind. Da wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auch gern mal um 10 Meilen unterschritten, zum Abbiegen wird der Blinker gefühlt zwei Meilen vor der Abfahrt gesetzt, es wird nicht gedrängelt und sogar der Reißverschluss funktioniert vorbildlich.

Trotzdem war mir auf der Autobahn nicht sehr wohl, musste ich doch befürchten, dass mich die Sturzbäche wegspülen oder der aufkommende Sturm wegpustet. In Norwich angekommen, brach dann die Hölle über mich herein. Schwarzer Himmel, Gewitter, Hagel und Regen wie aus Eimern…

Nun stellte sich die Frage, wie ich denn nun ein Hotel buchen sollte. Pfiffiger Weise hatte ich zwar schon vorher geguckt und mir eigentlich auch bereits ein günstiges, gut bewertetes Haus ausgeguckt – in bester Tradition mit Gemeinschaftsbad auf dem Flur. Aber jetzt mal kurz anhalten und buchen funktioniert ja rein technisch nicht, da vermutlich das Handy bei dem Wetter den Geist aufgegeben hätte. Also am Bahnhof angehalten, ‘rein in die Wartehalle und dort dann in Ruhe nach Hotel geguckt. Und dann der Lichtblick des Tages: Ein Best Western bot ein Zimmer mit eigenem Bad für kleines Geld an. Und in der Tat präsentiert sich das Zimmer noch hübscher als vermutet. Zwar winzig klein, aber sehr kuschelig – und sogar mit Badewanne. Und nur 10 EUR mehr als das in Ipswich…

Heimelig…

Nun versuchen oben meine Klamotten, bis morgen zumindest halbwegs trocken zu werden, während ich hier unten in der Bar sitze und meinen Bericht tippe…

Morgen geht es wohl erst einmal in die Innenstadt von Norwich, die recht hübsch sein soll  und vielleicht gucke ich mir das hiesige Schloss an, bevor es dann wieder Richtung Küste geht.

In diesem Sinne…

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