Maltes Großbritannien-Tour – Tag 2

(…und Tag 3 😉)

Was für eine herrliche Nacht…

Das Bett war bequem, es gab ausreichende Kissen (im Hotel zuvor gab es eines von der Dicke einer Tiefkühlpizza), keine Tauben weckten mich, nein, Möwengeschrei und plätschernde Wellen. Ich war erfrischt, zufrieden und zu neuen Taten bereit. Flugs die Taschen gepackt (meine gewaschene Wäsche war auch trocken und nun wieder wohlriechend), das ganze Gerödel zum Mopped geschleppt, dieses dann auch vom Parkplatz geschafft (das war eine Herausforderung, da es sich um einen abschüssigen, sehr unebenen Sandplatz handelte und ich das dicke Krad erst einmal bergauf aus der Parklücke schieben musste – und das am frühen Morgen…).

Meine noch immer nicht sonderlich ausgereifte Planung sah vor, dass ich erneut etwas am Wasser entlangfahren wollte. Eine Idee für das Etappenziel hatte ich noch nicht. Erst einmal los, alles andere ergibt sich schon…

Also gemütlich an der Seafront von Southend-on-Sea entlang. Schönes Fleckchen Erde, muss man schon sagen.

Einige Meilen von Southend entfernt wurde dann erst einmal Rast gemacht, um ausgiebig zu frühstücken. Es sollte das erste Full-Englisch-Breakfast meines diesjährigen Auffenthaltes werden. Dieses zeichnet sich ja in erster Linie dadurch aus, sehr reichhaltig zu sein – und mit unserer Vorstellung eines Frühstücks nur sehr wenig gemein zu haben. Üblicher Weise werden Eier (Spiegelei oder Rührei), Baked Beans, Bratwürstchen, Speck und/oder gebratener Schinken, gebratene Champignons, gegrillte Tomaten und Hash Brownis (vergleichbar mit einem Röstie) gereicht. Dazu gebutterten Toast. Ab und an – und je nach Region – kann auch noch Black Pudding (eine Blutwurst) oder Fisch gereicht werden. Kaffee oder Tee runden das Ganze dann ab. Danach ist man dann auch tüchtig satt…

Ich hatte natürlich nicht richtig aufgepasst und bekam noch eine nicht unerhebliche Portion Pommes dazu. Es war richtig lecker – aber nicht zu schaffen.

So gestärkt ging es dann wieder auf die Bahn. Während meiner Fressorgie hatte sich leider das bis dato recht gute Wetter geändert und der Himmel sich verfinstert. Und so dauerte es dann auch keine 10 Minuten und die ersten Tropfen fielen. Also angehalten und die Moppedjacke um das trockene Innenleben ergänzt. Bei wasserdichten Moppedklamotten unterscheidet man verschiedene Konzepte. Ich besitze eine Jacke, die erst einmal nicht wasserdicht ist. Dieser Zustand wird nur erreicht, wenn man eine wasserdichte Jacke (aus GoreTex oder einer anderen Membran) uDas bessere Konzept stellt da dann die nterzieht. Das hat den Vorteil, dass die Jacke ohne diese Membran bei Hitze gut durchlüftet ist. Mit der daruntergezogenen Membran ist man dann zwar schön trocken, aber die eigentliche Jacke durchnässt natürlich völlig. Eine so durchnässte Jacke trocknet dann auch nicht so schnell wieder, das heißt, dass man dann eine schwere, klamme Jacke am Körper trägt. Nur mäßig schön, aber auch nicht sooo tragisch…

Das vermeintlich bessere Konzept stellen dann die Laminat-Jacken dar, bei denen die Membran quasi die Außenschicht bildet. Diese Jacken saugen sich bauartbedingt nicht voll, sind aber dafür nicht so atmungsaktiv. Zwar gibt es Laminatjacken/-anzüge, die durch ausgefeilte Konstruktionen eine gute Belüftung gewährleisten, diese kosten dann aber richtig viel Geld. Bei Stadler, Klim, BMW und Rukka – um beispielhaft mal Premium-Hersteller zu nennen – kann man dann gern mal 2.500 EUR für einen Anzug lassen (meine durchaus ordentliche Kombi kostet etwa 550 EUR).

Und schließlich gibt es die sogenannten Z-Liner, bei denen die Membran im Inneren fest verbaut ist. Das ist dann das Schlechteste aus beiden Welten: Die Jacke saugt sich voll, ist aber bei Hitze trotzdem nicht sonderlich gut belüftet. Meistens sind die günstigeren Jacken so konzeptioniert.

Ich nenne nun mit der Modeka Panamericana-Jacke die Variante 1 mein Eigen, bin auch ganz zufrieden – aber man muss bei Regen eben anhalten, die Membranjacke aus dem Koffer fummeln, die „richtige“ Jacke ausziehen, die Membranjacke anziehen, dann die „richtige“ Jacke wieder anziehen. Bei der Jacke geht das, bei der Hose möchte man das nicht. Daher ist meine Hose der Kompromiss und nach Variante 3 designt.

Modeka Panamericana (Archivbild)

So, nach diesem kurzen Exkurs in die Welt der Motorrad-Bekleidung, geht es nun weiter. Ich also nun trocken gewandet, hatte die Pause des Umziehens genutzt und mich einmal etwas umgeguckt, wohin es mich denn heute führen könnte. Da aktuell die Hotelpreise hier in England jenseits von Gut und Böse sind, muss sich leider das eventuelle Wunschziel dann auch diesem Zwang unterordnen. Ipswich erschien jetzt ein erstrebenswertes Ziel zu sein, da es nördlich lag (das ist ja aktuell meine Richtung) und ein Hotel zu passenden Konditionen bot, dass sogar noch über einen eigenen Pub verfügte.

Mein Navi zeigte sich ebenfalls angetan und führte mich über wirklich tolle Straßen dem Ziel entgegen. Kurvig, hügelig, aber nicht zu schmal. Schön zu fahren…

Trotz des Regens hatte ich meinen Spaß. Und so kam ich dann gut gelaunt im „Station Hotel“ in Ipswich an. Die äußerst nette (und für englische Verhältnisse sehr adrette) Inhaberin führte mich persönlich aufs Zimmer – und zeigte mir das Gemeinschaftsbad (okay, damit hätte ich rechnen müssen…). So etwas finde ich nicht so toll, aber man muss eben ab und an Kompromisse machen. Das Zimmer an sich ist in Ordnung. Der angeschlossene Pub ist nett.

Mein Zimmer im „Station Hotel“ – mit Blick auf den Bahnhof…

Im Pub konnte ich dann einem Kneipen-Poet gleich meine ersten reiseberichte verfassen – natürlich unterstützt durch einen guten Tropfen…

Der Meister schreibt – und trinkt…

Da ich dann doch mal etwas in die Planung meiner Tour einsteigen wollte, habe ich mich dann direkt mal zwei Tage eingemietet. Der heutige Tag diente dann der Entspannung, der Wäsche meiner Klamotten und dem Studium der Reiseführer. Da es draußen ohnehin den ganzen Tag wie aus Eimern schüttet, ist es auch kein verlorener Tag.

Morgen geht es dann erstmal nach Cambridge.

In diesem Sinne…

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