Herbsttour 2020: Tag 3/4 – Kassel und Bayreuth

Nach der ausgiebigen Erkundung Duisburgs und einer weiteren Nacht in der Maison Patrick, sollte es dann am Donnerstag in Richtung Kassel weitergehen. Obwohl ich vor einigen Jahren ob eines Projektes längere Zeit in der Hessen-Metropole verbracht hatte, fehlte mir tatsächlich noch der Bergpark Wilhelmshöhe, seines Zeichens Weltkulturerbe, in meiner Vita. Daher bot sich dieses Ziel jetzt mal an…

Nach einem gemeinsamen opulenten Frühstück in der Uerdinger Fußgängerzone hieß es dann Abschied nehmen vom guten Gastgeber Patrick. In Anbetracht des mäßig schönen Wetters hatten wir uns für die schnellste Route nach Kassel entschieden. Bei strömenden Regen ist eine Partie über Landstraßen nicht sonderlich spaßig, da kann man dann auch gleich die Autobahn nehmen.

Also rollten unsere Krads dann unspektakulär bei reichlich Nässe von oben die A44 entlang. Kassel war dann recht flott erreicht – und es stellte sich die Frage nach einem kleinen kulturellen Aspekt für den Abschluss des Tages. Das Wetter lud nun nicht unbedingt zum Sturm auf den Bergpark auf, so dass wir uns für einen Besuch der Kunstgalerie „Caricatura“ entschieden – eine Galerie, die Im Kulturbahnhof Ausstellungen zum Thema Cartoon, Karikatur und komische Kunst zeigt.

Aktuell gastiert dort eine Expo zum mit dem Titel „Unkraut vergeht nicht“ zum Thema „Garten“.

Die Ausstellung wusste zu gefallen. Zwar recht klein und übersichtlich, dafür wirklich liebevoll gestaltet und von namenhaften Protagonisten des Genres gezeichnet. Nicht jeder Cartoon lud zum hemmungslosten Schenkelklopfen ein, den einen oder anderen habe ich dann auch gar nicht verstanden, aber insgesamt lustig und charmant.

Danach folgte der Bezug unserer Hotelzimmer im H4-Hotel (ehemals „Ramada“), dass ich aus meiner beruflichen Zeit in Kassel schätzen gelernt hatte. Eine Einkehr im netten Restaurant „Eberts“ mit tollem Essen rundeten den Abend ab.

Morgens ging es dann endlich Richtung Bergpark. Da es aber weiterhin regnete, widmeten wir unsere Aufmerksamkeit dem Schloss Wilhelmshöhe. Da die Wasserspiele momentan ohnehin nicht stattfinden (ab Oktober nicht mehr), konnte man dann auch gut und gern auf Indoor ausweichen.

Schloss Wilhelmshöhe, Kassel

Die Entscheidung zwischen Gemäldegalerie und Schlossführung fiel zu Gunsten letzterem – und somit fanden wir uns pünktlich zum begleiteten Rundgang durch die herrschaftlichen Gemächer ein. In kleiner Gruppe (6 Leute) wurden wir durch einige Räume des Schlosses geführt.

Erster Hinweis der durchaus engagierten Museumsführerin: „Die meisten Exponate stammen nicht aus der ursprünglichen Einrichtung…“ – ja super, dann habe ich eigentlich schon keine Lust mehr, gucke ich mir doch ein altes Schloss durchaus aus Gründen der Authentizität an. Der zweite Eindruck: Boah, ist das Dunkel hier…

Jeder Raum – und sei er noch so groß – wurde von genau einer (!!!) Lampe in Form eines Deckenfluters beleuchtet. Da ja ob des regnerischen Wetters kein Sonnenstrahl die Zimmer erhellte, war das schon recht erbärmlich und führte dazu, dass die ohnehin schon dunklen Gemälde teilweise nur noch als dunkle Fläche zu erahnen waren. Den nett gemeinten Hinweis, dass man fotografieren dürfe, hätte man sich auch sparen können, da Bilder ohne Langzeitbelichtung ohnehin nix zu machen war. Das Highlight war letztlich der „Thronsaal“, in dem dann sämtliches Kunstlicht fehlte – und man quasi durch das Dunkel stolperte und versuchte, sich die Ausführungen der führenden Dame bildlich vorzustellen. Gaaaanz maue Nummer, das Ganze…

Immerhin gab das Ganze uns einen Grund zum herzhaften Lästern…

…erstmal aufwärmen…

Schließlich wurde der Besuch in Kassel beendet und die Moppeds schlugen – erneut auf der Autobahn – den Weg nach Bayreuth ein, wo der Tag dann in trauter Runde der Reinel’schen Familie endete. Kulinarisch perfekt mit einer deftigen fränkischen Brotzeit. Juhu…

in diesem Sinne…

MM

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