Alternativurlaub 2020 – Tag 7: Gen Norden mit Apfelmus im Ohr…

Tja, so langsam nähert sich meine Tour dem Ende. Die heutige Etappe führte mich schon recht weit in den Norden, genauer gesagt nach Hannover. Das ist zwar noch weit davon entfernt, Norddeutschland zu sein, aber es soll ja Leute geben, die diesem Irrtum immer wieder unterliegen. Obwohl ja eigentlich jeder wissen sollte, dass Norddeutschland erst nördlich von Hamburg beginnt…

Nachdem ich in meinem Hotel oben auf einem sauerländischen Berg hervorragend geschlafen habe, startete ich meine heutige Tour bei wolkenverhangenem Himmel. Immerhin war es trocken und noch recht kühl, was nach den hohen Temperaturen der letzten Tage recht angenehm war.

Ferienhotel Stockhausen, Schmallenberg (Archivbild)

Wie bereits gestern erwähnt, ist das Sauerland kurvenreich und hügelig – und somit ging die Tour dann launig los. Etwas störend war der relativ dichte Verkehr auch auf kleineren Nebenstraßen, der mir bei der gestrigen Einfuhr in die Gegend nicht aufgefallen war – da war es wohl ob der späteren Uhrzeit ruhiger. So zuckelte ich dann häufiger hinter Lastwagen die Serpentinen hinauf, was nicht so richtig viel Spaß macht.

Besondere Stationen hatte ich mir für diesen Abschnitt nicht vorgenommen. Generell stand diesmal das Moppedfahren im Vordergrund. Dass ich dann zufällig die Brauereien Veltins in Grevenstein und Warsteiner in – ja, genau – Warstein passierte, bleibt eine Randnotiz.

So schön die Kurven und Hügel letztlich sind, so langweilig wird die Gegend optisch, je weiter man nach Norden kommt. Die Felder präsentieren sich im langweiligen Beige, die Dörfer leider auch nicht schön. Was für ein Kontrast zu Rhein und Mosel, wo gefühlt jeden Kilometer eine Burg oder zumindest Burgruine auf dem grünen Berg thront.

Ein richtiges Ärgernis waren die in großer Zahl vorhandenen Baustellen. Häufig sind komplette Straßen gesperrt und das Thema „Umleitung“ wird auch nicht überall gelebt. Da Motorrad-Navis bei Neuberechnungen häufig etwas zickig sind, habe ich diese Funktion ausgeschaltet. Das bedeutet dann aber, dass man bei einer Sperrung selbst versuchen muss, wieder auf die eigentlich geplante Route zu kommen. Das ist nicht immer ganz einfach und kann manchmal schon Umwege im zweistelligen Kilometerbereich nach sich ziehen. Manchmal – ganz selten – hat man aber Glück und erwischt eine Straße, die sich dann als Glücksgriff erweist. Heute war dies ein Truppenübungsplatz, der tagsüber offiziell befahren werden darf. Ein herrliches kleines Sträßchen quer durch ein wild wucherndes Waldgebiet. Schön zu fahren!

Letztlich erreichte ich das Örtchen Schloss Neuhaus, bekannt durch das namensgebende Schloss. Aus den Augenwinkeln erspäht, entschloss ich mich zur Besichtigung. Also Mopped auf dem zugehörigen Parkplatz abgestellt und zum Schloss marschiert. Enttäuschung Nummer 1: Der angekündigte Auen-Park ist winzig klein und z. Zt. eine Baustelle. Tolle Wurst!

Schloß Neuhaus…

Enttäuschung Nummer 2 (eher ein Ärgernis): Im Schlosshof selbst fand eine Hochzeit statt bzw. Hochzeitsfotos mit einer großen Horde unfreundlicher, äußerst lauter Proleten, die nicht nur versuchten, mich am Betreten des Innenhofs zu hindern, sondern auch den hübschen Vorplatz des Schlosses dichtgeparkt hatten. Offenbar ohne Erlaubnis, denn als ich irgendwann entnervt von dannen zog und im gegenüber liegenden Restaurant mein Mittagsmahl genoss, erschienen diverse Polizeiwagen und mit viel Gebrüll wurde die Hochzeitsgesellschaft des Schlosses verwiesen. Leider enterten zahlreiche Mitglieder der Hochzeitsgesellschaft dann „mein“ Restaurant und und störten meinen Genuss mit überaus lauter Empörung und Wichtigtuerei. Seeeehr unangenehm!

Immerhin war das Essen sehr gut (eine Auswahl afghanischer Kebap-Spezialitäten) – und so ging es dann satt weiter des Weges. Und weiter ging es durch kurviges Geläuf Richtung Hannover, dass ich dann letztlich auch erreichte.

Bezogen wurde das von diversen Dienstreisen bekannte „Congress Hotel am Stadtpark“. Dieses Haus gehört zu der Kategorie, dass es eigentlich nicht klassisch schön und von der Ausstattung her auch nur Durchschnitt ist – und trotzdem fühle ich mich hier immer sehr, sehr wohl. Vermutlich liegt es an Aktionen wie dieser: Kaum stand das Mopped auf dem Parkplatz des Hotels, lief mir schon der Concierge entgegen und lotste mich in die geheime, weil nicht mehr offiziell angebotene Garage des Hotels, die mir kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Auch der Minibar-Inhalt wurde mir kostenlos angeboten. Nette Gesten!

Congress Hotel am Stadtpark, Hannover (Archivbild)

Die Tour begleite heute tatsächlich nicht die von mir erstellte Drei ???-Playlist, sondern aufgrund der in den letzten Tagen oft in ungewollt gehörten Fragmenten kennengelernte Apfelhexe Petronella Apfelmus. Die Geschichten sind liebenswert, teils herrlich schräg und werden von Nana Spier hervorragend gelesen. Hat mir heute viel Spaß gemacht…

Apfelhexe Petronella Apfelmus (Archivbild)

Morgen geht es dann mit Petronella Apfelmus im Ohr weiter gen Heimat.

In diesem Sinne…

MM

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